Über das Reisen

Bevor ich meine Leser dazu einlade, in meine Reiseberichte einzutauchen, möchte ich im Vorhinein noch eines klarstellen:

Ich ziehe aus jeder Reise eine Menge Erfahrungen, auf die ich niemals verzichten möchte – egal ob es mit dem Flugzeug in ferne Länder, mit dem Rucksack in die Berge, mit dem Auto in eine Ferienwohnung oder einfach ein paar Stunden von Zuhause aus auf Geocachingtour geht. 

Jedes Erlebnis wäre jemand anderem vielleicht anders oder gar nicht passiert, und vielleicht habe ich auch einiges verpasst, als ich in diesem oder jenem Land war, aber meine Erinnerung bleibt eben meine Erinnerung:  an eine schöne Zeit (denn einen schlimmen Urlaub habe ich noch nie erlebt!).

„Reisen“  bedeutet für mich, die Schönheiten anderer Regionen zu entdecken, die Mentalität anderer Länder und Menschen kennen zu lernen und vor allem, nichts mit irgendetwas anderem zu vergleichen.

Wenn Zitronen in Sizilien besser schmecken

Aus meiner Sicht ist das Vergleichen nämlich das größte Übel und der Gipfel des globalisierten Egoismus'. Der (ein-) gebildete Besserverdiener erlaubt sich mit einem Vergleich nämlich, sich nicht eingestehen zu müssen, dass es das Wort „anders“ überhaupt gibt. Mir ist es ungeheuer wichtig, zu verstehen, wie das „anders“ wirklich ist, und wie es funktioniert.

Zugegeben,  es ist  leider gar nicht mehr so leicht, das Unbekannte zu finden. Man findet in Paris genauso McDonalds-Filialen wie in Jerusalem - das Unbekannte wirkt allein schon deshalb schmerzlich vertraut, weil die Globalisierung sich scheinbar einen Scherz erlaubt, dass wir uns überall, ob wir wollen oder nicht, heimisch fühlen.

Das ist für Manche ganz schön praktisch: Verstehen sie doch unter dem Reisen, den Überraschungen anderer Länder aus dem Weg zu gehen. Sie sitzen in internationalen Hotels, haben ein internationales Buffet und können sich mit jedem Bediensteten – wenn es denn sein muss – auf internationalem Englisch verständigen. Der Sinn des Reisens, nämlich das Unbekannte zu entdecken, ist bei den wenigsten Urlaubern überhaupt auf der Prioritätenliste.

Er-Fahren durch die Welt

Und so erholt sich der gehobene Mittelstand lieber in einem Wellnesshotel in Asien anstatt in einem selbigen im Allgäu, obwohl er es quasi nie verlässt – nur um dann zurück zu Hause sagen zu können, man habe in Asien einen Entspannungsurlaub verlebt.

Um etwas über die große weite Welt zu erfahren, bin ich meistens fernab der konventionellen Reiserouten unterwegs. Wenn doch mal eine Tourihochburg auftaucht, bin ich froh, dass mein Gepäck ganz unkonventionell entweder auf meinen Schultern, auf dem Pony, im VW-Bus oder bei einer couchsurfing-Unterkunft lagert...

Lange Rede, kurzer Sinn: Meine Reiseberichte sind demnach also nicht vergleichend. Ich habe mein Verständnis vom Reisen gefunden, genau wie die alten Mauren schon vor mir:  Nur der Reisende kennt den wahren Wert des Menschen!