Neues Leben oder Zwischenstation?

Bild: Inessa Podushko / www.pixelio.de
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Es gibt vermutlich genauso viele Gründe, warum man seine eigene Heimat verlässt, wie Auswanderer selbst. Fast alle verlassen ihre Heimat mit der Hoffnung, dass es ihnen im Ausland besser geht, aber die Motive, sowie die Zukunftsplanung dieser Menschen sind völlig unterschiedlich.

Farid Gambar erläutert, warum Integration seiner Ansicht nach nur einen Sinn ergibt, wenn man bleiben möchte.

Warum sind sie hier? Hier in Deutschland? Warum integrieren sie sich nicht?

Die Integration beginnt mit der eigenen Zukunftsplanung

Man stellt sich die Frage, ob man in der Fremde, in unserem Fall in Deutschland, leben und hier die eigene Zukunft gestalten möchte oder ob man beabsichtigt dieses Land „eines Tages“ wieder zu verlassen. Hat man den Entschluss gefasst, sein Leben hier zu führen, klappt die Integration fast wie von Geisterhand. Man denkt

"Das ist mein Land, hier möchte ich leben, hier stelle ich mir meine Zukunft vor, hier fühle ich mich wohl, hier bin ich Mensch, hier bin ich zu Hause, hier ist meine Heimat."

So entsteht ein starkes Interesse daran, so schnell wie möglich die Sprache zu lernen und sich in der Gesellschaft zu integrieren. Die Motivation ist einfach da. Das ist vermutlich auch der Fall, wenn man hier geboren ist, wobei der Artikel von Alper zeigt, dass es nicht immer so sein muss.

Neues Leben oder Zwischenstation?

Bild: Jurec / www.pixelio.de
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Betrachtet man die Gruppe der Iraner in Deutschland, stellt man fest, dass sich diese sehr schnell in Deutschland integriert haben. Viele (unter Ihnen auch Azeri-Türken),  haben damals, in den Jahren nach der Revolution, ihre Heimat verlassen, um im Ausland ein neues Leben aufzubauen. In ihrem Geburtsland, mit dem neuen Regime, sahen sie für sich und ihre Familien keine Zukunft mehr. Im Gegensatz zu anderen Einwanderungsgruppen handelte es sich dabei meistens um (hoch) gebildete Menschen.

Menschen, die nur in das Ausland gehen, um dort zu arbeiten, schlagen sich in diesem Land mit ihren rudimentären Sprachkenntnissen durch, halten sich nur in ihren eigenen Kreisen auf, behalten ihre Tradition und Kultur bei und haben keine große Motivation, sich zu integrieren. Sie wissen, dass sie nur für eine absehbare Zeit in der Fremde sind.

Ähnlich verhält sich die Situation bei Flüchtlingen, die ihr Land aus kriegsbedingten oder politischen Gründen verlassen mussten. Sie haben meist wenig Interesse daran, ihr Leben in einem fremden Land von neuem zu beginnen, sondern hoffen auf baldige Änderung der Situation in der Heimat, um schnellstmöglich zurückkehren.

Unterscheidung nötig

Beim Thema Integration kann man nicht pauschalisieren, sondern muss verstärkt zwischen den einzelnen Gruppen unterscheiden.

Bild: Rike / www.pixelio.de
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Es wäre wünschenswert, herauszufinden, was überhaupt der Beweggrund des jeweiligen Einwanderers für seinen Aufenthalt in Deutschland ist und wie viel Integration man von dieser Person überhaupt erwarten kann. Dass im Leben aber einiges anders kommt als man ursprünglich geplant hat, wissen vermutlich alle. 

Vielleicht müssen wir uns, wir alle in Deutschland, der Tatsache bewusst machen, dass es mit den Gastarbeitern anders gekommen ist als ursprünglich gedacht.

 

Autor dieses Textes ist Farid Gambar. Der Originaltitel lautet "Integration macht nur Sinn, wenn man bleiben will" und erschien im Dezember 2012 auf der Homepage von Alper Aslan. Farid Gambar selbst ist Marktforscher, wurde 1979 in Aserbaidschan geboren und lebt seit dem 13. Lebensjahr in Deutschland.

Thementage: Integration

Bild: Jan Henrik Dobers / www.jugendfotos.de
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Alle Bundesbürger sind deutsch, nur manche sind deutscher?

Um diese Frage ging es bei den Thementagen: Integration. Nach vielen Schilderungen und Diskussionen wagen wir ein persönliches Fazit, verbunden mit einem großen Dankeschön an alle Beteiligten!

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Neues Leben oder Zwischenstation?

Bild: Inessa Podushko / www.pixelio.de
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Bei der Integration kommt es darauf an, wie gut man sich ein Leben in der Fremde vorstellen kann - und wie man das Fremde in Heimat verwandelt.

Farid Gambar kam mit 13 Jahren nach Deutschland und meint: Integration macht nur Sinn, wenn man bleiben will.

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Foreigner - Forever

Bild: Maria Bock / www.jugendfotos.de
Bild: Maria Bock / www.jugendfotos.de

Ihr Name ist ausländisch, ihr Aussehen und ihre Familie ebenso. Ihre deutsche Aussprache ist tadellos und auch sonst verhält sie sich nicht anders als ihre deutschen Mitschülerinnen.

Egzona Hyseni lässt für unsere Thementage: Integration ihre Gedanken schweifen und stellt sich der Frage: Muss man einen Menschen auf die Herkunft herunterbrechen um ihn zu akzeptieren?

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Kommst hier net rein!

Bild: Brecht Soenen / www.jugendfotos.de
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Auch wenn sich Sport ideal zum gegenseitigen Kennenlernen anbietet, stoßen viele Fitnessinteressierte mit Migrationshintergrund vor verschlossenen Türen.

Ausländer sind in Fitnessstudios unerwünscht und sollen unter anderem von hohen Anmeldegebühren abgeschreckt werden. Erfahrungen von Alper Aslan. 

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Sport als Integrationsmodell

Bild: Julia Becker
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Sie haben sich wirklich gut integriert – es hat nur keiner gemerkt. Wie der Turn- uns Sportverein Metzingen mit einem Sportkurs versucht, Brücken zu bauen, obwohl beide Gruppen auf der gleichen Seite stehen. Und das mit vollem Erfolg!

Trotzdem existiert "Sport für Frauen aus aller Welt" in erster Linie nicht, weil die Frauen anders sind - sondern eben gleich.

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Deutschlands nicht vorhandene Willkommenskultur

Bild: Jennifer-Saalfrank / www.jugendfotos.de
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Was wollt ihr denn hier? Deutschland hält sich zwar für eines der attraktivsten Einwanderungsländer, steht aber Zuwanderung kritisch gegenüber.

Wer versucht in unserem Land Fuß zu fassen, hat es deshalb nicht leicht, so eine Studie über die deutsche Willkommenskultur, welche von der Bertelsmann-Stiftung veröffentlicht wurde.

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Neben- statt Miteinander?

Bild: Ariana Dima / www.jugendfotos.de
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Hazal ist Deutsche mit türkischen Wurzeln. Sie ist nicht wirklich anders, aber auch nicht wirklich gleich wie ihre Mitschülerinnen.

Mit Laura Ilg hat sie über ihr Gefühl, in einer Parallelwelt zu leben, gesprochen.

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