Schüler tuen laufend Gutes

Oder: Wenn viele kleine Schritte zu über 1000 Kilometern werden

Bild: Matthias Leibbrand / Vision Hope
Bild: Matthias Leibbrand / Vision Hope

Die Klasse 6a hatte sich für die Organisation eines Spendenlaufs für Vision Hope entschieden, weil sie im wahrsten Sinne des Wortes nicht länger stillsitzen wollte. Nachdem der Vorsitzende der Hilfsorganisation Vision Hope International vor der Klasse seine Arbeit vorstellte, war klar: Die Klasse will die verschiedenen Projekte der Hilfsorganisation unterstützen – ganz besonders dem neuesten Projekt, dem Traumakindergarten für syrische Flüchtlingskinder an der jordanischen Grenze.

 

Der pädagogisch wertvolle Spendenlauf im Detail

Bild: Matthias Leibbrand / Vision Hope
Bild: Matthias Leibbrand / Vision Hope

Wie aber organisiert man einen Spendenlauf? Da es seit Bestehen des Endinger Schulzentrums noch keinen Spendenlauf an der Stefan-Zweig-Realschule gab, war diese Frage in den ersten Wochen die größte im Klassenzimmer. Man entschied sich für mehrere thematischen Ansätze mit pädagogischem Wert, wie es so schön heißt.

  1. Der Spendenlaufes sollte nicht auf dem Sportplatz stattfinden, sondern durch die Stadt und einer idyllischen Kastanienallee zwei Kilometer weit zu einer Quelle führen. Insgesamt hat die Runde dann also eine Strecke von rund vier Kilometern – was ungefähr der durchscnittliche Weg ist, den ein Flüchtling weltweit für Trinkwasser zurücklegen muss.

  2. Die Kinder suchten sich selbstständig sogenannte Laufpaten und Sponsoren, die ihnen entweder pro Runde einen bestimmten Betrag, oder einen festen Gesamtbetrag zahlten. Dadurch sollten die Schüler dazu animiert werden, sich selbstständig mit der Thematik zu befassen und aktiv mit anderen Menschen darüber in Kontakt zu treten. Außerdem war der Rundenbetrag ein schöner Ansporn – den je mehr Runden der Schüler läuft, desto mehr Geld kommt für den gemeinsamen Spendentopf zusammen.

  3. Bild: Matthias Leibbrand / Vision Hope
    Bild: Matthias Leibbrand / Vision Hope
    Der Spendenlauf sollte das Gemeinschaftsgefühl stärken, da sich die Kinder gegenseitig anspornen – allerdings nicht, um ein Kräftemessen zu veranlassen.
  4. Im Anschluss an den Spendenlauf sollte eine Bilderausstellung mit Bildern aus dem Traumakindergarten und der Endinger Schüler stattfinden, um den Hintergrund des Projektes – nämlich den Flüchtlingskindern zu helfen – für die anderen Schüler, Eltern und Lehrer sichtbar zu machen.

  5. Während der Ausstellung sollte es eine Tombola für die Schüler geben, die beim Spendenlauf mitgelaufen sind und zur Ausstellung kamen. Die Sachpreise wurden ebenfalls von Sponsoren gespendet.

 

Groggy, aber glücklich

Bild: Matthias Leibbrand / Vision Hope
Bild: Matthias Leibbrand / Vision Hope

Und dann war es soweit: Am Morgen des 7. Juni versammelten sich die Schülerläufer und viele Helfer an der Startposition im Schulhof. Insgesamt 108 Schüler hatten sich zum Lauf gemeldet und Sponsoren gesucht – kurz vor dem Start waren sie kaum noch zu halten. Wie die Rennpferde scharrten sie mit den Hufen und ließen sich nur ungern von den letzten Instruktionen der Lehrer aufhalten.

Dann dürfen die ersten starten – und machen während den nächsten Stunden eine positive Erfahrung, die ihnen niemand mehr nehmen kann. Am Abend sind sie zwar völlig groggy, aber überglücklich: Als der stellvertretende Direktor der Schule zur Ausstellungseröffnung das Ergebnis des Laufs mitteilt, verfallen die Schüler, Eltern, Lehrer, Politiker und der Vorsitzende von Vision Hope – gerade aus Kairo angereist - in großen Jubel. Schon im Vorhinein hatten die Schüler die Unterstützung von über 45 Sponsoren. Der Rekord lag bei sechs, der Durchschnitt bei etwa 2,5 gelaufenen Runden. Insgesamt wurde eine Strecke von über 1000 Kilometern zurückgelegt. Nach ersten Überschlagungen der Helfer wurde damit die 1500 Euro-Grenze geknackt. Damit hätte niemand gerechnet.

Eigentlich aber ist es ja kein Wunder – immerhin war es der Schulnamensgeber Stefan-Zweig, der meinte:

Viele kleine Leute an vielen kleinen Orten, die viele kleine Schritte tun, können das Gesicht der Welt verändern.

Die Schüler haben bei dem Spendenlauf unglaublich viele kleine Schritte getan – und diesem Spruch wirklich alle Ehre geleistet.


Weiterführende Links:


Spendenlauf für Vision Hope

Spendenlauf für Vision Hope Facebook

Stefan-Zweig-Realschule Endingen

Vision Hope International online

Vision Hope International Facebook

Vision Hope International Twitter