Vorgestellt: ProPueblo

 Bild: www.propueblo.org
Bild: www.propueblo.org

Auf den ersten Blick sehen die Schmuckstücke aus wie Elfenbein. Allerdings mussten für die Schmuckstücke von ProPueblo keine Elefanten oder Nashörner ihr Leben lassen, vielmehr unterstützt man mit dem Kauf der kleinen Kunstwerke eine uralte Tradition aus Ecuador.

Die Organisation ProPueblo hat sich zum Ziel gesetzt, den Lebensstandart in den ärmeren Regionen Ecuadors zu verbessern, in dem es alte Handwerkskunst und den Erhalt der Taguapalmen unterstützt. Wir stellen die Arbeit und die wirklich bezahlbaren Produkte der Non Profit Organisation vor.

 

Tradition aus pflanzlichem Elfenbein

 Bild: ProPueblo / The liftet Lorax
Bild: ProPueblo / The liftet Lorax

Die Produkte, die ProPueblo vertreibt, sind filigrane Kunstwerke aus einem ganz besonderem Material, der Tagua-Nuss. Sie wird auch „pflanzliches Elfenbein“ oder „Steinnuss“ genannt und ist der Samen einer der altertümlichsten Palmengattungen der Welt, welche wiederum hauptsächlich an der Küste von Ecuador und Kolumbien zu Hause ist.

Seit vielen hundert Jahren stellen die Bewohner Ecuadors aus der Nuss Gegenstände und Kunstwerke her, dessen Verarbeitung wegen dem harten Material oft langjährige Erfahrung sowie viel handwerkliches Geschick voraussetzt. Im Urzustand ist die Nuss braun, schleift man die oberste Schicht ab wird sie erst gemasert, ganz innen dann elfenbeinfarbig. In kochendem Öl erhält das Material einen marmorierten Braunton.

 

In Europa nicht unbekannt – aber ausgestorben

Bis zur synthetischen Alternative des Knopfes wurden vor dem zweiten Weltkrieg viele Steinnuss-Knöpfe nach Europa verkauft. Mit dem Aus des internationalen Tagua-Handels drohte das kulturelle Handwerk mit veganen Elfenbein auszusterben, viele Kunsthandwerker verließen ihre Heimat um in der Stadt Arbeit zu finden. Dank ProPueblo feiert die Steinnuss nun ein Comeback – und wurde für viele Ecuadorianer wieder rentabel.

 

Anfänge in den 90ern

 Bild: Romanofski
Bild: Romanofski

Schicke Ringe, elegante Halsketten und filigrane Tierfiguren – man mag es kaum glauben, dass ProPueblo von einer ecuadorianischen Tochtergesellschaft des schweizerischen Zementherstellers Holcim als Stiftung gegründet wurde.

In den vergangenen 20 Jahren hat sich das Projekt zu einem ständig wachsenden Netzwerk entwickelt, das Ecuadorianern aus den  ärmeren Gegenden des Landes ermöglicht, finanziell auf eigenen Beinen zu stehen. Vor allem die Küsten- und die Bergregion der Cordillera Chongon Colonche werden laut ProPueblo unterstützt – und das auf Augenhöhe.

 

Hilfsprojekt auf Augenhöhe

 Bild: www.propueblo.org
Bild: ProPueblo

Vor allem wollte das Projekt ein Zeichen setzten und den oft arbeitslosen Kunsthandwerkern den Beweis liefern, dass sie – eine gute Vernetzung vorausgesetzt – mit ihrem Können genug Geld verdienen können, um eine Familie zu ernähren.

Allerdings gab es für ProPueblo in der Anfangszeit einiges zu tun: Zuerst musste die nötige Infrastruktur geschafft und die internationale Vermarktung der Produkte geplant werden. Außerdem galt es, Ausbildungs- und Beschäftigungsprogramme zu entwickeln und umzusetzten.

 

Fair Trade, fair Öko

 Bild: ProPueblo
Bild: ProPueblo

Wie ProPueblo betont, steht die Sicherheit der Produzenten sowie die Vermeidung von Umweltschäden stets im Vordergrund. Kinderarbeit ist grundsätzlich tabu. Faire und transparente Lohnstrukturen sichern langfristig die Einkommensverhältnisse der Produzenten, welche pro geliefertes Stück bezahlt werden.

Ihr Lohn wird anhand der tatsächlich benötigten Arbeitszeit berechnet, zudem spielen ökologische Gesichtspunkte eine große Rolle. Die Schmuckstücke werden ausschließlich aus natürlichen Materialien wie der Tagua-Nuss, Keramik, Bambus, Bananenfaser und Balsaholz hergestellt und wann immer möglich werden recycelte Materialien bevorzugt. Da die Ernte des pflanzlichen Elfenbeins die Palme nicht beschädigt, ist als weiterer Vorteil des Kunsthandwerkes der Erhalt des Tropenwaldes zu nennen.

 

Über ProPueblo:

Der Import der Produkte von ProPueblo wird von ecoArte organisiert.

Sitz ist in der Klingenbachstraße 9 in 70329 Stuttgart. Mehr Infos sowie einen Onlineshop gibt es hier:

www.propueblo.org (Seite auf Englisch und Spanisch)

Die Vermraktung in die Weltläden erfolgt über das Fair Trade Center Breisgau in 79359 Riegel. Mehr über das Fairtrade Center Breisgau gibt's hier: www.fairtradecenter.info