Helfen kostet nix

Die Zeit der Doktoren- und Professorentiteln sind vorbei. Wer heute etwas von sich hält, nennt sich "Powerseller", "Premiumshopper" oder auch "FM", was je nach Fall mit "Fashion-" oder "Facebook-Victim" übersetzt wird.  

Seit das Internet sich in Deutschland auch in den hintersten Gebirgszweigen vorgestellt hat, ist es quasi zum Allheilmittel mutiert: Hier kann man die Zeit totschlagen, indem man der Welt seine Gedanken offenbart, man kann bei ersten Anzeichen eines körperlichen Zipperleins bis ins kleinste Detail den virtuellen Arzt oder Apotheker befragen und man kann stundenlang durch Schaufenster bummeln und so völlig wetter- und öffnungszeitenunabhängig seine Konsumzwänge ausleben.

Wenn schon Onlineshop, dann bitte richtig!

Die Zielgruppe des Internets ist also stets der individuelle Nutzer. Und der kann mithilfe von tollen Ideen anderer Nutzer bei dem, was er sowieso schon tut, nun auch kostenlos Spendengelder sammeln. Aber der Reihe nach.

Anda - eigentlich Andreas Veljkovic - aus der Nähe von Göppingen hält nichts vom Stillstand. Deswegen hat sich der  27-Jährige selbst eine Aufgabe geschaffen, mit denen nicht nur er, sondern alle Internetnutzer auf simpelsten Weg und völlig kostenlos Spendenprojekte unterstützen können. Das Ergebnis hört auf den aussagekräftigen Namen „Helfen kostet nix” und wurde im August 2012 als offizielle gemeinnützige Organisation anerkannt.

Vorgestellt: Helfen kostet nix


Die Idee hinter Helfen kostet nix: Werbeprovisionen der Onlineversandhäuser zu generieren, indem der Kunde über die Vermittlungsplattform auf den jeweiligen Onlineshop kommt. Anstatt dass die Provisionen ins Gewinnsäckel der Werbekunden fließt, wie es beispielsweise bei Suchmaschinen oder Preisvergleichsportalen der Fall ist, soll  bei Helfen kostet nix die Beteiligung nicht dem eigenen Gewinn, sondern dem eines gemeinnützigen Projekts zugutekommen.

Spenden kann so kostenlos sein!

„Helfen kostet nix bietet jedem Onlineshop-Kunden eine bequeme Möglichkeit hinzuschauen und sozial aktiv zu werden.“, so Veljkovic. Mittlerweile hat www.helfen-kostet-nix.de über 150 Partnershops in zehn verschiedenen Kategorien, darunter der Onlineriese Amazon, Kult-Versandhandel OTTO und das Ticketkaufhaus Eventim.

Der Spendenfall

Ein konkretes Beispiel, wie die Spende zustande kommt:

Otto Normalverbraucher möchte für seine Freundin zum Geburtstag eine Digicam bei Amazon kaufen und das Spendenprojekt Gambia unterstützen. Er besucht also erst auf www.helfen-kostet-nix.de , gibt gleich auf der Startseite an, das Projekt Gambia unterstützen zu wollen und kommt dann auf eine Seite, auf der alle Shops aufgelistet sind, die HKN Vermittlungsprämien zahlen. Wichtig: Nur über die dort angezeigten Links wird die Spende auch HKN gutgeschrieben. Hier wählt Otto also Amazon aus, kommt auf die Amazon-Homepage und wickelt den Kauf ganz normal ab. Bei einem Einkaufswert von 120 Euro zahlt Amazon beispielsweise ungefähr fünf Prozent Provision, die Spende durch den Einkauf beträgt dann folglich 6,00 Euro.

Hilfe für Gambia

Unterstützt werden von Helfen kostet nix momentan drei Projekte. Der User kann selbst entscheiden, ob er seine Prämie als Spende an die Bildungshilfe für notleidende Kinder in Sri Lanka, an die Dachrenovierung der des Kulturvereins Reichenbach oder an das Kernprojekt der Plattform, der Spenden für Schulkinder in Gambia gehen soll. Hierzu arbeitet Anda eng mit dem Förderverein Sukuta-Wannsee e.V. zusammen. Zudem können sich seit kurzem auch andere gemeinnützige Einrichtungen registrieren und die Plattform so für sich selbst nutzen.

Letzte Fragen bleiben

Es ist also gar nicht so schwer und nicht zwingend mit Geldspenden verbunden, wenn man einem Hilfsprojekt etwas gutes tun möchte. Man muss eben nur wissen wie. Letzte Fragen bleiben jedoch offen: Macht es Sinn, durch einen Kauf bei Amazon ein Spendenprojekt zu unterstützen, obwohl der Onlineriese selbst in der Kritik steht, seine Zulieferbetriebe unter miserablen Arbeitsbedingungen stehen zu haben? Wer damit Bauchschmerzen hat, der sollte dann doch lieber den heimischen Buchladen mit Umsätzen erfreuen.

Übrigens ist Anda ist nicht der Erste, der auf diese Weise die Welt ein bisschen besser macht. Das nahezu gleiche Prinzip der Klickprämienspende existierte bereits 2008 unter dem Namen sei-sozial.de und wurde sogar im Rahmen des Wettbewerbs "Startsocial" mit einem Stipendium ausgezeichnet. Mangels Interesse der User und der Medien wurde sei-sozial.de im Jahr 2009 aus Kostengründen jedoch offline gestellt. Bleibt zu hoffen, dass "Helfen kostet nix" nicht ein ähnliches Schicksal widerfährt, sondern von dem sozialen Bewusstseinswandel der letzen Jahre profitiert. Powerseller und Premiumshopper hin oder her.

 

Über Helfen kostet nix:

Helfen kostet nix
gemeinnützige Unternehmergesellschaft (haftungsbeschränkt)
Andreas Veljkovic - Geschäftsführender Gesellschafter

Mail: info@helfen-kostet-nix.de
Internet: www.helfen-kostet-nix.de
Facebook: www.facebook.com/pages/Helfen-kostet-nix