Vorgestellt: EcoCarrots

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Mit pfiffigen Sprüchen machen die T-Shirts und Kapuzenpullis von EcoCarrots  auf sich und ihre Träger aufmerksam – und das sozial verträglich, nachhaltig und aus umweltschonender Herstellung. Und mit einer Biokarotte als Markenzeichen. Kommt die Revolution also aus dem Gemüsebeet? Nicht ganz. Wir haben EcoCarrots-Gründerin Nora Papajewski über die Hintergründe der frechen Karotte, die Entwicklung der grünen Mode und über die Bedeutung von bewusstem Konsum befragt.

Frau Papajewski, in Ihren eigenen Worten: Was ist EcoCarrots?

EcoCarrots ist ein ökofaires Modelabel aus Stuttgart. Wir – zwei alte Hasen aus der Kommunikations- und Designerbranche – wollen Lust auf nachhaltig und klimaneutral produzierte T-Shirts und Hoodies machen. Mit der frechen Karotte als Markenzeichen, ein echtes Fundstück vom Biomarkt, setzen wir neue Akzente. Gegen Umweltzerstörung, gegen Kinderarbeit, gegen Hungerlöhne, gegen Diskriminierung. Für mehr soziale Gerechtigkeit, für Arten- und Klimaschutz. Mit einem Augenzwinkern und mit Leidenschaft. Nicht mehr und nicht weniger.

Wie kam es zu der Idee, mit EcoCarrots ein eigenes Modelabel zu gründen?

Angefangen hat alles vor etwa drei Jahren. Aufgerüttelt von einer Dokumentation über die ausbeuterischen Arbeitsbedingungen in den sogenannten Sweatshops und entsetzt über die katastrophalen Missstände beim konventionellen Baumwollanbau stand unser Entschluss fest: Wir müssen uns einmischen.

Die Idee: T-Shirts trägt jeder, wir machen sie zur Projektionsfläche für nachhaltige Botschaften. Statt auf Glitzer und Glimmer setzen wir auf karottenfreche Unikate und klare Statements, auf mopsfideles und eigenständiges Artwork mit hintergründigem Witz. Denn FairFashion soll schlichtweg Freude machen. Entworfen werden die originellen und künstlerischen Prints für die limitierte Kollektion von meinem Partner Fritz Arnold, einem Stuttgarter Künstler. Gedruckt werden sie auf der Schwäbischen Alb, natürlich mit ökologischen Farben.

Wie suchen Sie sich Ihre Hersteller aus?

Wir setzen bewusst auf einen Hersteller, der von A bis Z gewährleistet, dass alles ethisch korrekt und in höchster Qualität produziert wird – vom Anbau der Bio-Baumwolle bis zur Zertifizierung durch GOTS. Der Global Organic Textil Standard ist derzeit europaweit einer der besten Standards für Öko-Textilien. Er umfasst Erzeugung, Weiterverarbeitung, Fertigung, Verpackung, Etikettierung, Export, Import und Absatz, um den ökologischen Status der Textilien sicherzustellen. Vom Anbau der Rohmaterialien über die umweltfreundliche und sozial verantwortungsvolle Fertigung bis zum Labeln und zur Lieferung. Um die Biozertifizierung zu erlangen werden nur azo-freie Färbsubstanzen verwendet, die durch den GOTS zugelassen sind.

Unsere Basics von Earth Positive sind nicht nur GOTS-zertifiziert, sie werden zudem von der unanhängigen Fair Wear Foundation kontrolliert und sie werden klimaneutral mit Windenergie produziert.

 

Als Privatperson ökologisch zu wirtschaften heißt auch, wenige Ressourcen wie zum Beispiel Kleidungsstücke zu verbrauchen. Genau diese Menschen sind Zielgruppe von EcoCarrots. Haben Sie da nicht ein bisschen Angst davor, dass irgendwann die Schränke der Kunden voll sind? Immerhin hält eine Eco-Klamotte auch eine ganze Zeit lang…

In der Tat halten unsere T-Shirts und Hoodies lange und dementsprechend auch die Freude daran. Auch unser Design ist quasi zeitlos und dennoch trendy. Das ist uns wichtig. Ex und hopp passt nicht zu unserer Philosophie. Wir wollen nicht wie H&M oder Zara & Co. mit Billigprodukten den Konsumrausch anheizen, im Gegenteil. Unser Credo lautet: Lieber weniger Klamotten kaufen, dafür aber auf Qualität achten und darauf, wo und wie sie produziert werden. Auch Kleidertausch ist eine tolle Idee.

Was ist Ihr persönliches Lieblingsstück aus dem EcoCarrots-Sortiment?

Das ist schwer zu sagen. Hinter jedem Stück verbirgt sich eine besondere  Geschichte. Zum Beispiel die Metamorphose von unserem Schmetterling: Der stark gefährdete Schwalbenschwanz braucht zum Überleben als Futterpflanze die Wilde Möhre, das ist die Urmöhre schlechthin. Und hier schließt sich der Kreis zu unserem Maskottchen, der frechen Karotte. Der Schmetterling und der Eisvogel gehören zu meinen Favoriten, aber auch Eco Cum Laude und der neue Hoodie mit Rückenwind.

Alle reden darüber, aber die wenigsten haben Ahnung davon. Was bedeutet für Sie persönlich das Wort „Konsum“?

Konsum heißt für mich natürlich: nachhaltig konsumieren, nachhaltig leben. Ressourcen schonen wo es geht. Soziale, ökologische und ökonomische Aspekte bestimmen zunehmend meine Wahl. So lässt sich beispielsweise auch ohne Fleisch das Leben genießen. Übrigens, nachhaltiger Konsum muss nicht teuer sein.

Ist grüne Mode bloß ein Trend oder eine langfristige Angelegenheit?

Grüne Mode ist mehr als ein Trend, sie ist eine Haltung und sie ist hipp. Aktuelle Studien belegen, dass immer mehr Verbraucher/innen Wert auf nachhaltige Aspekte bei der Kleidung legen. Nachrichten von Pestizidvergiftungen und Gift im Kleiderschrank tragen ihren Teil dazu bei. Mit welchen unmenschlichen Methoden wird meine Jeans auf Alt getrimmt? Wie wird mein T-Shirt gefärbt und wie viel Chemie steckt noch drin? Wie viel Wasser geht dafür den Bach runter? Fragen, die zunehmend die Menschen bewegen. Sie suchen nach sauberen, anziehende Alternativen. Und es gibt sie: Immer mehr Online-Shops und Läden bieten grüne Mode, die mit pfiffigem Design, Stil und ethischer Korrektness überzeugt. Dabei ist Biobaumwolle nicht alles. Ökologische Seidenstoffe, Hanf, Stoffe aus Algen, Tabak oder Milch sind alles andere als old fashion. Sie sind die Zukunft.

Bei einem ethisch korrekten T-Shirt geht es nicht nur um zertifizierte Bio-Baumwolle und faire Gehälter für Näherinnen. Was ist darüber hinaus zu beachten?

Ethisch korrekt schließt für mich auch Arten- Umwelt- und Klimaschutz mit ein – hier und anderswo – und endet nicht vor meiner Haustür. Wie wasche und pflege ich mein T-Shirt? Was passiert mit meinen alten Kleidern?  

Nur mal kurz die Welt retten… Kann man mit einem bewussten Einkaufsverhalten wirklich ein Zeichen setzten? Was meinen Sie?

Ja! Jeder kann dazu beitragen, dass es auf der Welt etwas gerechter zugeht. Mit meinem Lebensstil und mit meinem Einkaufsverhalten entscheide ich mit, wohin die Entwicklung geht. Klimaverträglicher konsumieren ist für mich persönlich ein Schritt in die richtige Richtung – ein kleiner Schritt nur, aber ein Anfang. Recycling und Upcycling finde ich faszinierend. Ich muss auch kein eigenes Auto besitzen. Carsharing ist für mich eine zeitgemäße Alternative.

Fairtrade als Unterstützung ärmerer Länder oder Stärkung der deutschen Wirtschaft durch Made in Germany – wie lässt sich da ein Kompromiss finden?

Das eine schließt das andere nicht aus. Zum Beispiel kann ich mit Fairtrade-Baumwolle aus Indien FairFashion in Deutschland produzieren. Übrigens mein Ziel in naher Zukunft.

Vielen Dank für das Interview!


Über EcoCarrots:

Inhaberin: Nora Papajewski

Homepage / Onlineshop: www.ecocarrots.de

Öffnungszeiten Lagerverkauf: Samstags von 10 bis 13 Uhr

Burgenlandstraße 102 A (Im Hoefle), 70469 Stuttgart

Mail: info@eco-carrots.de
Telefon: Fon 0711 - 603071