BOOKBRIDGE

Wenn Krawatte tragende Businessmänner nachhaltige Geschäftsmodelle  aufbauen, ehemalige Schulschwänzer plötzlich zu Leseratten werden und in bildungsfernen Orten auf einmal Bibliotheken entstehen, dann ist aus einem Buch ein Lernzentrum geworden. Dann hat Carsten Rübsaamen mit einem unüblichen Konzept Erfolg bewiesen. Dann wurden aus simplen Büchern Brücken gebaut.

Die Idee, die dem 31-Jährigen während eines Pfadfinderaustauschs kam, hört deswegen auf den passenden Namen „BOOKBRIDGE“.

Brücken in die Mongolei

Bücher als Brücke zu Bildung, sozialem Engagement und Wertschätzung der Bildung zu benutzen, klingt definitiv nachvollziehbar. Deswegen verwundert es nicht, dass BOOKBRIDGE Buchspenden organisiert. Lesen bildet immerhin und deswegen kann die Organisation besonders stolz darauf sein, das Lesen und somit die Bildung in die verschiedensten Ecken der Welt gebracht zu haben. Insgesamt 10 Lernzentren sind in der Mongolei und Kambodscha bereits entstanden, über 77.000 englischsprachige und regionalsprachige Bücher wurden bisher gesammelt und an Bedürftige verteilt. Trotzdem unterscheidet sich BOOKBRIDGE von anderen Hilfsorganisationen.

Die Idee

BOOKBRIDGE sorgt mit der Errichtung von Bildungszentren und Ausstattung von Bibliotheken für Zugang zu Bildung. Mit ihren Partnern vor Ort arbeitet das Unternehmen eng zusammen, damit Kinder und Jugendliche die Möglichkeit erhalten, kostenlos Bücher auszuleihen und an Kursen teilzunehmen. Gleichzeitig ermutigt BOOKBRIDGE die Zentren, kostenpflichtige  Kurse für Erwachsene anzubieten. So sollen sich die erbauten Zentren mittelfristig selbst finanzieren. Zusätzlich werden lokale Lehrkräfte geschult und interaktive Unterrichtsmaterialien zur Verfügung gestellt.

Keine klassische Hilfsorganisation

Das Team hinter Carsten Rübsaamen versteht sich nicht als eine klassische Hilfsorganisation. Zumindest nicht nur. Als Social Business hat man sich hier gleich mehrere Ziele gesetzt. Zum einen,  das Bildungswesen richtig in Szene zu setzen. Nicht nur dort, wo es an Schulen, Lehrkräften und Unterrichtsmaterial fehlt, sondern auch dort, wo das Schulsystem reich ausgestattet ist. Der Gedanke: Das Bewusstsein für den Wert der eigenen Bildung stärken.

Führungskräfte sensibilisieren

Das wirklich Besondere an BOOKBRIDGE ist aber der unternehmerische Ansatz: Zum einen sollen sich die Lernzentren mittelfristig selbst tragen, zum anderen verkauft die Organisation ein Weiterbildungsprogramm an Führungskräfte, um sich mittelfristig selbst zu finanzieren. Kurz gefasst will BOOKBRIDGE also soziale Herausforderungen auf unternehmerische Art und Weise lösen. Für diese Idee gab es bisher sogar einige nationale und internationale Auszeichnungen.

Geht das? Theoretisch schon

Als Stiftung wollen die Brückenbauer im Jahr 2015 unabhängig von Spenden sein. Deswegen haben sie auf Basis der Projekte ein Personalentwicklungsprogramm entwickelt, das auf den interessanten Namen „Capability Programm“ hört. Hier werden Führungskräfte der verschiedensten Firmen vor die Herausforderung gestellt, ein Bildungszentrum in einem Schwellenland aufzubauen, das sich nach nur einem Jahr komplett selbst finanzieren soll. Die Teilnehmer werden dabei selbst zu Sozialunternehmern.

Und praktisch eigentlich auch

In der Praxis bedeutet das: BOOKBRIDGE-Mitarbeiter bringen in Zusammenarbeit mit erfahrenen Business-Coaches und dem Weiterbildungspartner WHU den Teilnehmern Managementkompetenzen in den Bereichen der strategischen Planung, des Projektmanagements und Leadership nicht nur theoretisch, sondern anhand eines realen Projektes bei. Laut der Organisaton hat das nicht nur für die entstehenden Lernzentren Vorteile, sondern auch für die Teilnehmer: Die langjährigen Manager profitieren in dieser Art der Weiterbildung vermutlich von der Praxis, was eine ganzheitliche Lernerfahrung mit sich bringt. Außerdem wird laut BOOKBRIDGE die Innovationskultur gefördert, da die Tatsache, eine Herausforderung bewältigt zu haben, Mitarbeiter selbstbewusster auftreten lässt sowie eigenverantwortliches Handeln fördert. Die Bindung zum Arbeitgeber wird gestärkt, der Arbeitgeber profitiert von der höheren Attraktivität für Spitzenkräfte.

Fazit

Aus dem Lernen zu lernen ist eine tolle Idee, die eigentlich so einfach ist, dass es wundert, dass es Projektewie BOOKBRIDGE erst seit 2009 gibt. Trotzdem ist es kaum möglich, mal eben auf die Schnelle das System von BOOKBRIDGE zu erklären. Vereinfacht könnte man sagen: BOOKBRIDGE hilft, Brücken zu bauen – der erste Schritt ist also bereits getan. Die weiteren Schritte auf die andere Seite müssen alle Beteiligten selbst machen und dadurch erkennen, warum das nötig ist. Mehr gemeinschaftliches Engagement zwischen den reicheren und ärmeren Teilen unserer Welt anhand von Bücherbrücken zu fördern, lockt – gewusst wie - besagte Krawatte tragende Businessmänner, ehemalige Schulschwänzer und ärmere Städte hinter dem Ofen hervor.

Über BOOKBRIDGE:

BOOKBRIDGE Stiftung

Stiftungsvorstand: Dr. Carsten Rübsaamen

Mail: info@bookbridge.org
Internet: www.bookbridge.org
Facebook: www.facebook.com/bookbridge