Vorgestellt: Nachhaltige Banken


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Spätestens seit der Finanzkrise im Jahr 2007 ist nun wirklich jedem klar:  Bringt man sein Geld aus Sparschwein, Sparstrumpf oder unterm Kopfkissen zur Bank, wird es dort nicht in ein Schließfach gepackt und bei Bedarf wieder ausbezahlt, sondern an Börsen gehandelt, in Konflikte verwickelt und zur Fütterung viel zu großer Portemonnaies missbraucht.

Banken arbeiten mit unserem Geld. Das ist legitim, soweit die Bankgeschäfte nichts Böses machen – was allerdings leider traurige Wirklichkeit ist.

Was machen konventionelle Banken falsch?

Bürgernah und Sozial – so sehen sich die meisten Banken auch noch heute. Doch der Putz bröckelt: Einst angesehene Banken wie Lehmann Brothers, Deutsche Bank und Co.  können ihre krummen Geschäfte mit aufgeblasenen Immobiliengeschäften, Förderungen der Waffenindustrie,  der Nahrungsmittelspekulationen und der Zinswetten kaum noch rechtfertigen – zumal die milliardenschweren Banken wegen der Finanzkrise zusätzlich einiges an Steuergeldern erhielten.

Gibt es alternative Banken überhaupt?


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Die Stimmung auf dem Finanzmarkt ist also im Umschwung. Und tatsächlich gibt es Alternativen zu den ganz großen Geldverzockern.

In Deutschland ganz oben mit dabei sind vor allem die GLS und die Triodos Bank, auch die Umweltbank und die Ethikbank haben sich in der alternativen Szene einen Namen gemacht. Was viele gar nicht wissen: Die Idee ist nicht neu! Die GLS wurde 1974, die Triodos Bank 1980, die Umweltbank 1997 und die Ethikbank 2002 gegründet – sie sind also auch schon eine ganze Zeit lang im Geschäft.

Was machen nachhaltige Banken anders als konventionelle?

Kurz gesagt: Sie machen das gleiche wie konventionelle Banken, nur unter sozialverträglichen Aspekten. Der bewusst ethische Umgang mit Geld und die dazugehörige Transparenz soll bei diesen Banken den Anlegern ganz bewusst offengelegt werden – konventionelle Banken versuchen hingegen, ihre teilweise sehr umstrittenen Projekte zu verschleiern so gut es geht.


Bild: Manuel Uphoff / www.jugendfotos.de

Zudem gewähren grüne Banken nicht jedem Interessierten einen Kredit: In den meisten Fällen werden mit dem Geld der Anleger nur ökologische und sozial orientierte Unternehmen und Projekte finanziert, die gesellschaftlich und verantwortungsvoll handeln.

Die Geldverwerter fördern also eher Kindergartenprojekte, ökologische Landwirte oder Bioladengründer anstelle von Waffenindustrie, Atom- oder Kohlekraftwerksbetreiber oder der Luxusvilla des Insolvenzberaters. Teilweise werden die Kunden sogar um Mitbestimmung gebeten und gefragt, in welchen Bereich sie ihr Geld gerne als Kredit vergeben sehen möchten.

Bringt das was?

 
Bild: Ethikbank

Für den umweltbewussten, sozial engagierten und ethisch korrekt denkenden Menschen sollte der Wechsel zur einer nachhaltigen Bank keine Frage sein.

Es ist der einfachste Schritt, der Deutschen Bank, der Sparkasse und wie sie alle heißen zu zeigen, dass man deren Machenschaften nicht unterstützen möchte. In diesem Sinne ist es wahrscheinlich sogar effizienter, erst auf ein nachhaltiges Bankkonto zu wechseln und dann eine Spende (auch wenn Spenden zu wohltätigen Zwecken hier keinesfalls angezweifelt werden sollen) für die dritte Welt zu tätigen – da im Zweifelsfall genau die konventionelle Bank, die mit unserem Geld agiert, für die Ausbeutungen und Fehlverteilungen der dritten Welt verantwortlich sein kann.

Was bieten nachhaltige Banken?

 
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Hat man sich für das Abwenden von den Bad Banks entschieden, ist vergleichen angesagt: Nicht jede nachhaltige Bank bietet den gewohnten Komfort.

Bei der Umweltbank zum Beispiel  Darlehen und Sparanlagen an, aber kein Girokonto. Das gibt es genauso wie die Kreditkarte bei der GLS, der Triodos Bank und der Ethikbank. Man muss allerdings hier einige Gewohnheiten aufgeben: Die Konten kosten bis zu fünf Euro im Monat, die dazugehörigen Karten zusätzlich bis zu 25 Euro im Monat.

Das hat wohl hauptsächlich damit zu tun, dass diese Banken nicht mehr Geld weiterverleihen möchten, wie sie tatsächlich besitzen. Da auf Girokonten hauptsächlich wenig festes Geld liegt und die Banken für die Benutzung von nicht eigenen EC-Automaten zahlen müssen. Ansonsten gibt es eigentlich nicht weniger Möglichkeiten, sondern mehr: Vom klassischen Giro-, Tagesgeld oder Sparkonto über Bausparverträge, Finanzierungen und Kreditkartenverfügungen bis hin zu Mikrokrediten und Konten für insolvente Privatpersonen ist zu kreativer Zinsgestaltung einiges dabei.

 

Da gibt es zum Beispiel:

 

Die GLS

Die GLS Bank findet ihre Anfänge bereits im Jahr 1974.

Sie gilt als erste sozial-ökologische Universalbank der Welt und verspricht ihren Kunden eine sinnvolle Geldanlage aus einer Mischung aus Menschlichkeit, Zukunft und Ökologie.

Sie verspricht, dass ausschließlich sinnvolle und zukunftsweisende Unternehmen und Projekte finanziell zu unterstützen. Im Angebot hat die GLS Girokonten (teilweise kostenpflichtig) inklusive Onlinebanking mit EC- / und Kreditkarte, mit denen man an rund 19.000 Geldautomaten Geld abheben kann. Außerdem im Reportoire:  Geldanlagen, Finanzierungen, Beteiligungskapital, Stiftungen, Schenkungen und Altervorsorgeangebote. Mehr über die GLS unter www.gls.de.

 

Die Triodos Bank

Gemessen an der Kundenzahl und vom Geschäftsvolumen zählt die Triodos Bank zu Europas führenden Banken mit Mehrwert. Sie betont, dass der Standort Europa mit allen Synergien und Herausforderungen ganz bewusst gewählt wurde.

1980 wurde die Triodos Bank in den Niederlanden gegründet und fokussierte sich gleich auf die harmonische Verbindung von Wirtschaft und Nachhaltigkeit.

Zudem bezeichnet sich die Triodos Bank als Geburtshelferin der erneuerbaren Energien, was sich spätestens 1986 bei der Reaktorkatastrophe von Tschernobyl als zukunftsweisend erwies.

Im Angebot hat die Triodos Bank für Privatkunden ein Girokonto mit Onlinebanking mit EC-Karte und/oder Kreditkarte, ein Tagesgeldkonto, ein Sparkonto und Investmentfonds.  Geld abheben ist mit der Kreditkarte an jedem Automaten kostenlos möglich, mit der EC-Karte fallen die Gebühren der jeweiligen Automatenbank an. Für Geschäftskunden gibt es Geschäftskonten, Kredite und Geldanlagen. Mehr Infos auf www.triodos.de.

 

Die Umweltbank

Die Umweltbank bietet ökologische Geld- und Kapitalanlagen an und vergibt Förderdarlehen ausschließlich zur Finanzierung umweltfreundlicher Projekte wie ökologisches Bauen, Altbausanierung oder Erneuerbare Energien aus Wind, Wasser, Sonne und Biomasse. Zudem wirbt die Bank mit der sogenannten Umweltgarantie: Jeder angelegte Euro fließt nach Firmenangaben ausschließlich in ökologische Projekte.

Ein unabhängiger Umweltrat prüft die ethisch-ökologische Mittelverwendung und die CO2-Bilanz der grünen Beraterbank.

Die Aktien der UmweltBank sind im Freiverkehr der Börse München notiert und befinden sich zu 85 Prozent überwiegend im Streubesitz von Kunden der UmweltBank. Mehr zur Umweltbank auf deren Homepage: www.umweltbank.de

 

Die Ethikbank

Auch bei der Ethikbank ist der Name Programm. Sie bezeichnet sich selbst als gläserne Bank und veröffentlicht die Kredite auf ihrer Homepage.

Gut zu wissen: Die Ethikbank ist ein Tochterunternehmen der Volksbank Eisenberg, die sich, wie das Unternehmen betont, ebenfalls an die sozialen und ökologischen Anlagekriterien hält. 

Im Angebot sind Girokonten mit Onlinebanking und EC-Karte (an ca. 19.000 Geldautomaten kostenlose Bargeldauszahlung möglich), Tagesgeldkonten, kreative Geldanlagen, Sparbriefe, Kredite und sogar Mikrokonten für Insolvenzschuldner. Alles weitere dazu unter www.ethikbank.de