Ein Bündnis, sie zu knechten...

Bild: Textilbündnis_Tobias Mittmann / www.jugendfotos.de / CC-Lizenz_by-nc
Bild: Textilbündnis_Tobias Mittmann / www.jugendfotos.de / CC-Lizenz_by-nc

Eigentlich war es ja eine wunderbare Idee des Herrn Bundesentwicklungsministers Gerd Müller. Gemeinsam mit so vielen Klamottenherstellern wie möglich wollte er ein Aktionsbündnis gründen, deren Mitglieder sich mehr für die Arbeitsbedingungen, Löhne und die Umwelt in den Herkunftsländern einsetzen. Nein, mehr noch: Sich dazu VERPFLICHTEN, für faire Arbeitsbedingen in Bangladesh und Co. einzusetzen. Mitmachen wollte keiner der deutschen Global Player.

 

Kein Großer mit an Bord

 

Weder C&A, Adidas, Tchibo, Metro noch Adler und Otto, geschweige den KiK und Aldi zeigten Interesse an dem Akionsbündnis. Ok, das stimmt nicht ganz: Generell kündigten alle eine Bereitschaft zu Verbesserungen in ihren Produktionsländern an, aber eben nur, wenn sie sich für nichts verpflichten müssen. Sie haben es also immerhin zur Kenntnis genommen. Das ist ja schon mal was. Dass sich freiwillig keiner der Unternehmen ins eigene Fleisch schneiden möchte, ist irgendwie verständlich. Traurig aber, dass selbst die höherpreisigen Produkte wie Adidas, Puma, Hilfiger und Co, kostengründe als Ausrede angeben.

 

Greenwashing funktioniert zu gut

 

Zu gut scheint das Greenwashing zumindest bei den Deutschen anzukommen. Falls in Bangladesh oder Pakistan wieder eine Textilfabrik einstürzt oder abbrennt, hat man das Volk hierzulande - falls es überhaupt nötig ist - schnell mit Stipendien an indische Baumwollbauern, Schulprogrammen in Marokko oder Brunnenprojekten in Thailand wieder beruhigt. Gewiss auch gut, aber nicht zielführend.

 

Stimmzettel: Kassenbon

 

Immerhin: Auch wenn im Netz Müllers Vorhaben als "realitätsfern" und bereits als Fehlgeburt betitelt wird, stimmt das so ganz glücklicherweise nicht. Dem Aktionsbündnis konnte zwar keinen wichtigen Großen für sich gewinnen, dafür einige Kleinere wie Hess Natur und Trigema. Die gehören bekannterweise zu den mittelpreisigen Unternehmen mit ethischem Hintergrund und können und wollen sich eventuell steigende Produktionskosten und die damit verbundenen Imagevorteile offenbar leisten. Er muss nach wie vor beim Shoppen sein Hirn einschalten und Geduld haben. Jeder Konsument muss wissen WOLLEN, woher sein Shirt kommt.*



*Kann funktionieren. Einmal hat es schon geklappt (siehe hier).


 

Tipps: Hier gibts faire, nachhaltige und schicke Mode:

Bam Larsson

Greenality

EcoCarrots

Börd Shört

bether2gether

armedangels