Eine essbare Stadt

 Bild: Jonas Kako / www.jugendfotos.de
Bild: Jonas Kako / www.jugendfotos.de

Ihr haltet nichts von Millimeter genau frisierten Golfrasen oder einer Gartenzwergkolonie? In eurem Garten sollen Schmetterlinge und Bienen was zu futtern kriegen, oder gar ihr selbst? Alles kein Problem – wenn ihr einen Garten habt. Wenn dieser kleine, entscheidene Faktor nicht zu eurem Wohnungsrepertoire gehört, wie wäre es dann mal mit etwas anderem?

Gerade große Städte sind ein prima Spielplatz für Hobbygärtner – wenn man weiß wo und wie.


Urban Gardening – Graswurzelrevolution auf dem Hausdach

 Bild: Essbare Stadt Minden
Bild: Essbare Stadt Minden

Nach Herzenslust im Gemüsebeet wühlen und dafür köstliche Früchte ernten – vor allem Städter sind der Meinung, das gehe nur auf dem Land. Stimmt aber nicht. In vielen Städten sprießen seit einigen Jahren immer mehr Tomatenpflanzen und Salate mitten in der Stadt.

Gepflanzt wird, wo Platz ist: Auf Hausdächern, in Blumentöpfen oder auf öffentlichen Blumenbeeten. Wer nicht für sich alleine Gärtnern möchte, kann sich auch zu einer Gruppe aus Städtgärtnern zusammentun, wie es seit Februar beispielsweise die 15 Mitglieder der „Essbaren Stadt Minden“ getan haben.


Eine essbare Stadt

 Bild: Essbare Stadt Minden

Entstanden ist die Idee während Besprechungen einer Mindener Bürgerinitiative aus sozial und ökologisch Interessierten, Gärtnern und Landschaftsplanern. Nach mehrmonatiger Planung lud die Gruppe am 4. Mai 2013 nun Interessierte ein, beim ersten Beeteinsatz dabei zu sein.

Das tolle daran: Mit dem Obst und Gemüse, den Wildkräutern und essbare Blumen des Projektes soll ein kostenloses Angebot für ein gesünderes Stadtleben entstehen, das allen Bürgern frei und kostenlos zur Verfügung steht. “Unser aller Lebensmittel brauchen wieder den guten Geschmack einer vielfältigen Natur”, meinen die Gründer Bettina Fuhg und Stefan Schröder. “Eine Gemüsesuppe kommt eben nicht aus der Tüte.”

 

Recher der Nacht oder: Guerilla-Gärtnern

Bild: Bagusnyamuk
Bild: Bagusnyamuk

Nicht alle Gartenfreunde arbeiten so offen mit den Stadtbewohnern zusammen wie die essbare Stadt Minden. In so mancher Großstadt wird mitten in der Nacht gegärtnert: Ähnlich wie Graffitti-Künstler schmücken Guerilla-Gärtner ihre Stadt heimlich mit Blumen und Co.

Bewaffnet mit Erde, Pflanzen und Schaufeln verwandeln sie über Nacht öffentliche Grünflächen von hässlicher Verkehrsinseln bis zu Schlaglöchern in ein hübsches Blumenmeer. Auch Betonmauern werden mit speziellen Hilfsmitteln in nur wenigen Wochen grüner. Geheimwaffe der Special-Gärtner ist übrigens die sogenannte Samen bombe: Eine kleine Kugel voller Samen und allem, was diese zu gedeihen braucht, welche ganz einfach unauffällig deponiert wird und sich rasch zu einem satten Grün verwandelt.