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"Wir könnten viel, wenn wir zusammenstünden." (Goethe)

"Hier sind wir also versammelt zu löblichem Tun." (Schiller)

 

 Bild: Vladimirs Guculaks / www.jugendfotos.de / CC-Lizenz(by-nc-nd)
Bild: Vladimirs Guculaks / www.jugendfotos.de / CC-Lizenz(by-nc-nd)

Eigentlich ist es wenig verwunderlich, dass sich das reale Treffen in einem Umfeld voller Gleichgesinnten ein bisschen wie Urlaub anfühlt. Urlaub für die Seele. Und sei es nur in einer großen, lauten Messehalle zum Thema Fair Trade; auf einem großen, lauten Festival zum Thema Musik, oder auf einem gut besuchten (und ja, großen und lautem) veganen Straßenfest. Auf Letzterem traf ich mich mit lauter altbekannten Twitteren. Und würde sofort wieder hin!

 

Urlaub im Twitterland

Nach dem sensationellen Auftakt unseres #tVitteinanders im letzten Jahr (hier geht’s zum Rückblick) war schon auf der Rückfahrt vom Hof Stellichte klar: das muss einfach wiederholt werden! Also hat sich unser sich unser Grüppchen aus veganen Twitterbekanntschaften aus ganz Deutschland diesmal anlässlich des vegan street days in Stuttgart getroffen. Und wieder einmal wurde mir dabei klar, wie wichtig es ist, unter Gleichgesinnten zu sein!

 

Es lebe das Schubladendenken!

#tVitteinander 2014 in  Stuttgart: Wandern, quatschen, lachen und futtern, futtern, futtern...
#tVitteinander 2014 in  Stuttgart: Wandern, quatschen, lachen und futtern, futtern, futtern...

Okay, es ist ja nicht so, dass ich ein trostloses Leben als unterdrückte Minderheit oder sowas in der Art führe, allerdings komme ich mir ab und zu auch bei längeren Bekannten und Kollegen vor, wie auf einem Verhör: „Nein, auch keinen Fisch. Ja, ich kaufe nur Schokoladen- und Kaffeeprodukte mit Fairtradesiegel, auch im Restaurant. Nein, keine Kleidung aus dem Outlet, nur faire Labels. Was ein Fairphone ist? Nun… Und vor allem: Ja, ich bin völlig gesund!“ Im Büro- und Bekanntenkreis gelte ich aufgrund meiner Einstellungen (die mir größtenteils einfach so unterstellt werden und nicht unbedingt zutreffen) als veganer-Öko-Hippie. Irgendwo bestimmt ein Kompliment.

 

Unter ganz Normalverrückten

Es ist also verständlicherweise grandios, wenn man sich unter Gleichgesinnten wähnt, fast wie ein kleines Familientreffen. Man kennt sich einfach, auch wenn man sich noch nie gesehen hat. Die wissen, wie man tickt, weil sie genauso ticken. Egal ob „öko“, „fair“, „veggi“ oder „sozial“ engagiert. Die gute Seite des Schubladendenkens quasi. Und auch unser diesjähriges #tVitteinander ist wie ein Wiedersehen mit alten Bekannten. Dabei haben wir (für uns gesehen) gar nichts Besonderes gemacht – wir haben es nur GEMEINSAM gemacht: gegessen, gelacht und unglaublich viel gequatscht – drei Tage lang! Wir essen auch sonst vegan, haben auch sonst viel zu lachen und genug MEnschen, mit denen wir gute Gespräche führen können, doch gemeinsam ist es einfach viel schöner! Gut, getwittert haben wir auch sehr viel, immerhin kennen wir uns alle von dort :)

 

Virtuell = Reell

Sogenanntes Foodporn von seiner leckersten Art.
Sogenanntes Foodporn von seiner leckersten Art.

In der Schublade des VSD und des #tVitteinanders liegen natürlich hauptsächlich kulinarische Köstlichkeiten aller Art, jedoch kam bei diesem Netzwerktreffen nicht nur unsere (zugegeben sehr verfressene) #tVitteinander-Gruppe auf ihre Kosten, sondern ich traf auf dem VSD auch viele alte Bekannte.

Anda von seiner kostenlosen Hilfsplattform helfenkostetnix und seine Freundin zum Beispiel. Und Nora von ecocarrots, welche immer etwas Spannendes aus der fairen und unfairen Textilindustrie zu berichten hat und bei deren Stand ich spontan für eine halbe Stunde als Verkäuferin und Model einspringe, als es gerade einen besonders hohen Besucheransturm gab.

Jenny von Börd Shört, welche sich riesig freute, dass ich ihr Kleid beim VSD trug und noch mehr, als sie erfährt, warum (weil es bei 36 Grad Hitze angenehm zu tragen ist und – unerlässlich bei einem #tVitteinander – Taschen für mein Handy hat ;) ) Auch bei Markus von Greenality verquatsche ich mich etwas länger als geplant – und schwuppdiwupp sind fünf Stunden schon vorbei und unsere Crew zieht weiter zum Weiterfuttern.

 

Wir sehn uns!

Unser trotz anstrenger Hitze sehr tapferes #tVitteinander -Maskottchen.
Unser trotz anstrenger Hitze sehr tapferes #tVitteinander -Maskottchen.

Nach den drei Tagen des Schlemmens bin ich nun gefühlte fünf Kilo schwerer – und zeitgleich ist es mir irgendwie leichter ums Herz. Die Welt fühlt sich in Gesellschaft ähnlich denkender Menschen gleich viel schöner an und lässt hoffen. So viele tausend Besucher jeglicher Schichten des VSD und die Stimmung unserer relativ kleine Twitter-Connection zeigen doch:

Du bist nicht allein verrückt. Oder wie ich es zu sagen pflege: Es gibt noch andere normale Menschen auf der Welt – juhu!

 

Es lohnt sich also, auch mal aus dem virtuellen Netzwerk wie Twitter herauszubrechen und sich analog zu connecten.

 

Und wann sehen wir uns?