Fair, fairer, Fashion Week?

 Drei

Es ist doch manchmal echt erstaunlich, wie die Dinge so unglaublich passend ineinandergreifen. In diesen Tagen lief mir das Thema Mode geradezu hinterher: Von vollgestopften Klamottenläden, ausgebeuteten Baumwollherstellern und der High Society der Berliner Fashion Week - egal wie abgwegig die Ursache meiner Recherchen auch waren - immer wieder landete ich beim Thema Mode.

 

Überall Fashion. Und ich.

Warum das so ist? Nun ja. Vielleicht bilde ich mir das auch nur ein. Vielleicht aber auch suche ich unbewusst dann doch gezielt nach diesem Thema. Beim genauerem Nachdenken kamen mir fünf Gründe, warum mich Fair Fashion zu verfolgen scheint:

Grund 1: Absicht

Zugegeben, ein sehr offensichtlicher Grund :-) Ich habe gerade ein Projekt auf dem Schreibtisch des Architexturbüros, das sich sehr intensiv mit fairer Mode beschäftigt. Das freut mich sehr, macht Spaß und ist definitiv gewollter Kontakt zum Thema Mode.

 

Grund 2: Living in the Outletcity

 Bild: BlocherBlocher View Die Outletcity Metzingen
Bild: Blocher Blocher View

Auch an das nahezu tägliche Bild in meinem Wohnort habe ich mich schon längst gewöhnt (in die selbsternannte "Outletcity" pilgern tagtäglich internationale Schnäppchenjäger, die besonders an Wochenenden zu Monatsbeginn erst die Straßen stadteinwärts verstopfen, sich in den Läden um Klamotten streiten und anschließend vollgepackt mit sehr vielen Tüten zurück ins Verkehrschaos wagen).

 

Grund 3: Mehr Medienbeachtung

An die schlechten Nachrichten von eingestürzten Textilhallen in Billiglohnländern habe ich mich leider fast schon gewöhnt, den in den letzten Wochen gewachsenen Mut zu Protesten der dortigen Arbeiter aufmerksam verfolgt.

 

Grund 4: Fashion Week will mit Eco in die Schlagzeilen

Die Fashion Week Berlin wirbt intensiv mit Ecofashion

Und dass scheinbar alle Fashionmenschen auf die Fashion Week nach Berlin blicken, die zufälligerweise ganz groß mit dem Thema Eco-Mode aufmacht, lasse ich mir auch noch gefallen, auch wenn mir dieser Promo-Schritt mindestens fünf Jahre zu spät kommt und scheinbar nur gewählt wurde, damit man wenigstens mit irgendwas Bemerkenswertem von sich reden macht.

 

Grund 5: Omnipräsent in vielen Bereichen

Aber dass ich auf der Suche nach völligen offtopic-Themen (Multimedia-Storytelling - sensationell!) plötzlich auch bei nachhaltiger und Fairtrade-Kleidung lande und gleichzeitig noch "Deine Schuld" von den Ärzten im Radio läuft - kann das noch Zufall sein? (Die acht Minuten solltet ihr wirklich investieren, und euch den Film "Killing Seeds" über den Zusammenhang von Monsanto-Saaten und der dramatisch steigenden Zahl indischer Selbstmorde unter Baumwollbauern anschauen!)

 

Hype oder echter Richtungswechsel?

Fair, öko, schick und sehr bequem ist zum Beispiel Mode von Bam Larsson

Vielleicht tut sich ja doch gerade was Großes für die faire Mode. Vielleicht sind meine Befürchtungen, dass die Klischeehaften Fashionvictims auf der Fashion Week zwar sehen, dass Ecofashion richtig schick und richtig günstig sein kann, und dann aber einfach aus Gewohnheit wieder meine Outletcity überfallen, ja unbegründet. Vielleicht braucht es aber auch einfach mehr Menschen wie euch - seitdem ich eure Mails für die Verlosung im Rahmen des Vorgestellt-Artikels von Bam Larsson erhalten habe bin ich mir da einfach sicher.