Be happy!

Bild: Maria Hüge / www.jugendfotos.de, CC-Lizenz(by-nd)
Bild: Maria Hüge / www.jugendfotos.de, CC-Lizenz(by-nd)

Shopping macht nicht glücklich! So lautete die Überschrift eines meiner Blogbeiträge vor wenigen Wochen. Ich bezog mich darin auf eine Studie eines Hirnforschers und stellte fest, dass diese These in meinem Fall tatsächlich zutrifft: Shopping macht mich eher verrückt denn happy. Die Fragen, die mich daraufhin erreichten, lautete folgerichtig: "Ja, was macht dich denn dann glücklich? Und was ist Glück überhaupt?"

 

Glück oder Glücklichsein?

Bild: Alexandra InKanada / www.jugendfotos.de, CC-Lizenz(by) http://creativecommons.org/licenses/by/2.0/de/deed.de
Bild: Alexandra InKanada / www.jugendfotos.de, CC-Lizenz(by)

Beim Blitz-Brainstorming mit mir selbst kamen dann schonmal gleich die ersten Probleme auf. Gibt es nicht mindestens zwei Arten von Glück? Quasi das "Gustav Gans-Glück" und das "Glücklichsein-Glück?" Ersteres wäre beispielsweise - um beim Shopping zu bleiben - das Glück, dass DER Pulli der Begierde gerade noch in einer Ausfertigung im Klamottenladen hängt - nämlich in deiner Größe und sogar noch im Angebot. Oder das Glück, genau die Zahl zu würfeln, die man braucht, um das Mensch-Ärgere-Dich-Nicht-Spiel zu gewinnen.

Das "Glücklichsein-Glück" hingegen ist doch eher das Zufriedensein. Also zum Beispiel, wenn ich einfach rundum zufrieden und sorgenfrei irgendwo in der Pampa stehe und die geniale Aussicht genieße.

Die Lehre des Glücks - es gibt sie wirklich!

Bild: Jana Fahning / www.jugendfotos.de, CC-Lizenz(by-nc) http://creativecommons.org/licenses/by-nc/3.0/deed.de
Bild: Jana Fahning / www.jugendfotos.de, CC-Lizenz(by-nc)

Ihr seht schon, das ist gar nicht so einfach mit dem Glück. Trotzdem haben die Nachfragen meine Neugier entdeckt und ich machte mich auf die Suche nach dem Glück. Und stellte zu allererst fest, dass es tatsächlich einen wissenschaftlichen Forschungsbereich gibt, der sich selbst "Glücksforschung" nennt. Praktischerweise lösen die Forscher gleich zu Beginn schon mein Dilemma mit Glück und Glück, indem sie einfach mit englischen Begriffen arbeiten: luck (Zufallsglück) und happiness (Lebensglück). Ja, da hätte ich auch selbst draufkommen können... Außerdem lerne ich, dass (egal welches) Glück biologisch / chemisch betrachtet eigentlich ausschließlich auf die Botenstoffe Dopamin, Serotonin, Endorphine und Oxytocin zurückzuführen ist.

Eigentlich müssen wir also nur diese kleinen Kerlchen in unserem Hirn animieren. So einfach ist das. Sport soll da helfen, Sex oder auch Essen. Eigentlich ja eine sehr angenehme Kombination...

 

Glück ist Ansichtssache

Bild: Dorothy Bielfeldt / www.jugendfotos.de, CC-Lizenz(by-nc-nd) http://creativecommons.org/licenses/by-nc-nd/3.0/deed.de
Bild: Dorothy Bielfeldt / www.jugendfotos.de, CC-Lizenz(by-nc-nd)

Trotzdem klingt das für mich alles ein bisschen zu wissenschaftlich. Ich fühle mich eigentlich auch glücklich, ohne dass ich das Gefühl habe, unter dem Einfluss von Hirnbotenstoffen zu stehen. Vielleicht muss man einfach der Typ dazu sein und die Fähigkeit haben, mit dem zufrieden zu sein, wie man ist und was man hat.

Ich kannte zum Beispiel mal jemanden in unserem Stall, die hat in allem Probleme gesucht. "Du hast heute viel mehr mit Ringel geredet als mit mir - hast du ein Problem mit mir?" oder "Weißt du was mit XY los ist? Ich glaube, sie ignoriert mich total, früher haben wir uns öfter gesehen..."

Okay, das Gegenteil ist auch nicht immer besser. Wenn ich wieder seit Ewigkeiten wegen einer Routinesache im Arztwartezimmer schier vergammele, rede ich mir gleich zwei Sachen mantramäßig ein: "Wir können ja so froh sein, dass wir so einfach Zugang zur Medizin haben..." und "Was bin ich froh, dass ich nur wegen dieser Routinesache hier sitze und nix ernstes ist..." - das ist vielleicht in unserer Wohlstandsgesellschaft nicht mehr wirklich was besonderes, aber irgendwie macht mich das trotzdem glücklich (und eigentlich sollte es das ja auch wirklich!)

Andere sind glücklich, wenn ihr Job sie vollkommen ausfüllt, während andere lieber den ganzen Arbeitstag den Feierabend herbeisehnen und glücklich sind, wenn er dann endlich da ist. Vielleicht braucht es für manche auch erst einen Zustand in der Ferne, also ein Glück, das nicht so einfach da ist, sondern erst erreicht werden will. Sei es ein Lebensziel oder eben der Feierabend oder Urlaub.

 

Tipps zum Glücklichsein

Bild: Tim Fed. / www.jugendfotos.de, CC-Lizenz(by-nc) http://creativecommons.org/licenses/by-nc/3.0/deed.de
Bild: Tim Fed. / www.jugendfotos.de, CC-Lizenz(by-nc)

Fazit: Glück ist, was du draus machst! Für mich hat der kleine Exkurs in die Welt des Glücks vor allem folgende Erkenntnisse gebracht:

  • Glück haben und Glücklich sein ist ein Unterschied
  • Glück mache ich nicht an Zielen fest (Ehrgeiz ist nicht so meins)
  • Ich brauche keine oder zumindest nur wenig materielle Dinge um glücklich zu sein (Stichwort Minimalismus)
  • Andere Menschen glücklich zu sehen oder zu machen, macht auch mich glücklich
  • Gewohnheiten stumpfen ab und lassen das Glücklichsein verschwinden
  • Ich erlaube mir, auch ohne greifbare bzw. aus simplen Gründen glücklich zu sein (Sonnenschein, Musik, sitzen am Lagerfeuer, ...)
  • manche Sachen rede ich mir auch einfach glücklich (z.B. Wartezimmer-Wartereien)
  • Ein selbstbestimmtes Leben macht mich glücklich. Das weiß ich allerspätestens seit der Nestflucht von "Zuhause" ins WG-Leben (endlich kochen, waschen, kommen und gehen, etc. wann ich will)
  • Nie mit dem zufrieden zu sein, was man hat, macht nicht glücklich.
  • Immer nach etwas zu suchen, was einen glücklich macht, macht blind für das eigentliche Glück an sich (denn das liegt ja auch mal an Orten, wo man es nicht vermutet)

  • Ich muss unbedingt den Film "Das Streben nach Glück" mit Will Smith sehen! :)

 

Hei, das klingt jetzt irgendwie ein bisschen, als hätte ich eine Selbsthilfegruppe belauscht :) Macht aber irgendwie alles Sinn, oder? Ich wünsche Euch zumindest, dass ihr für Euch erkennt, was euch glücklich macht (und sei es Shopping!)- und das ihr es auch seid, und nicht nur rastlos danach strebt!