de donare - über das Schenken

Bild: Anne Dobler / www.jugendfotos.de
Bild: Anne Dobler / www.jugendfotos.de

oder: Warum das Warum so wichtig ist beim Schenken

Wer mich kennt weiß: Frag die Julia lieber nicht danach, was sie sich wünscht. Das ist nämlich ganz wackliger Treibsand. Ich gehöre nämlich zu der Sorte Menschen, die sich meistens nichts wünschen,  zumindest nichts, das man einfach so kaufen und schön in Geschenkpapier packen kann.

Wer mich trotzdem fragt, was ich mir als Geschenk wünsche, dem stelle ich dann meistens eine ganz andere Frage: Warum?

 

Wunschlos glücklich!

Bild: Tutu 55 / sxc.hu

"Warum ich dir etwas schenken möchte? Das ist leicht: Weil ich dich mag und dir eine Freude machen möchte."

Interessanterweise werde ich jedoch immer nur gefragt, was ich mir wünsche. Die Frage OB ich mir denn überhaupt was wünsche, höre ich nie. Jedenfalls lautet meine Standartantwort meistens "nichts", und damit meine ich auch wirklich "nichts". Manchmal formuliere ich das auch konkreter: "Ich wünsche mir, dass du mir nichts schenkst." Helfen tut das natürlich auch: nichts. Immer bekomme ich etwas, und dadurch zwar wirklich viele schöne Sachen, aber eben nicht das, was ich mir gewünscht habe.

Neulich erst habe ich gelesen, dass sich die Deutschen ihr durchschnittliches "Nichts" über 50 Euro kosten lassen. Glücklicherweise haben mein Lieblingsmensch (freundlicher Wortdiebstahl bei der lieben @zombiekatze) und ich es seit sage und schreibe acht Jahren geschafft, uns nichts zu Weihnachten zu schenken. Das muss man schon wirklich so sagen: Wir haben es geschafft - denn es ist gar nicht so leicht. Jedes Jahr vergewissern wir uns aufs neue, ob die Vereinbarung noch gilt, und haben dann tatsächlich NICHTS gekauft oder sonstwie organisiert. Und darüber freuen wir uns jedes Jahr!

 Diagnose: "schwer beschenkbar"

Bild: Vanessa Hansen / www.jugendfotos.de
Bild: Vanessa Hansen / www.jugendfotos.de

Versteht mich bitte nicht falsch: Ich bekomme SEHR GERNE Geschenke! Aber diese kann man vielleicht nicht immer hübsch einpacken und unter Weihnachtsbäume legen. Solche Aufmerksamkeiten, die auch von Herzen kommen und nicht deswegen gemacht werden, weil gerade alle meinen, allen etwas schenken zu müssen, weil man das eben so macht, sind eben nicht immer einfach zu bekommen. Hei, das klingt jetzt wieder sehr esoterisch, aber so ist es nun mal.

Vielleicht gelte ich deswegen bei vielen als "schwer beschenkbar". Was ich mir wünsche, bekommt man meistens weder im Universalhandel noch im Internet - oder habt ihr irgendwo schonmal  ein gesundes Pony, bessere Sprachkenntnisse oder gar eine Packung Weltfrieden im Supermarkt gesehen? Trotzdem gibt es sehr viel Beispiele, über die ich mich immer sehr freue - und dazu gehört auch, selbst etwas zu verschenken (Ja, ich freue mich darüber, andere zu beschenken, wie denke ich mal viele unter euch es auch tun.)

Happy hat - eine Mütze, die ich mir nicht wünschte

Meine neue Mütze und ich.

Meine beste Freundin und ich schenken uns zu unseren Geburtstagen beispielsweise ausschließlich selbstgemachte Dinge. Meine Tante schenkte mir vor kurzem eine selbstgehäkelte Mütze. Einfach so, weil man im Winter eine Mütze gut gebrauchen kann, meinte sie. Wie ich mich darüber gefreut habe, könnt ihr euch gar nicht vorstellen!!! Ich trage diese Mütze so unglaublich gerne - sogar zuhause :-). Natürlich weil sie mir gefällt, weil sie von meiner Tante kommt und, oder vielleicht auch gerade weil ich gar nicht damit rechnete, überhaupt ein Geschenk von ihr zu bekommen.

Was ich damit sagen möchte: Niemals hätte ich mir eine Mütze GEWÜNSCHT, weil ich niemals auf die Idee gekommen wäre, dass ich eine brauche. 

Materielle und imaterielle Geschenke

Ganz weit oben auf meiner Geschenke-Top Ten: Unser Hochzeitscache

Woher soll ich denn wissen, worüber ich mich freue? Das klingt jetzt vielleicht ein bisschen egoistisch bis bescheuert, trotzdem möchte ich eigentlich nicht wissen, ob und was ich zu Weihnachten oder Geburtstag bekomme. Klar, es gibt finanziell klammere Zeiten, in denen ich mich besonders über Geldgeschenke freue. Aber auch hier weiß ich eher die Tatsache zu schätzen, dass ich mich in Notlagen auf tolle Menschen verlassen kann, da sie jederzeit bereit sind, mir gerne und aus freien Stücken unter die Arme zu greifen. (An dieser Stelle sei mal ein fettes DANKESCHÖN ausgesprochen!!!)

Wieso, Weshalb und Warum - DIE Frage bei der Geschenkewahl

In vielen Fällen freue ich mich über Dinge, die gar nicht als Geschenk gedacht waren, sondern allerhöchstens als nette Geste. Die Fragestellung bei der Geschenkeauswahl sollte also nicht lauten" Was schenke ich dir? Sondern: WARUM möchte ich dir etwas schenken? Damit du mal wieder raus in die Natur kommst? Damit du mehr Zeit mit deinen Freunden verbringen kannst? Damit du mal wieder richtig die Sonne genießen kannst? Damit...

Ruckzug ist die Brücke zu "Ein Geocache", "Wanderkarte, -Stöcke, -Jacke" oder "eine Bahnkarte / eine Fahrradpacktasche", etc (--> raus in die Natur); zu "einem Headset", "einem Brettspiel", "Ein Grillabend am Lieblingsplatz", etc. (---> Zeit mit Freunden) oder eben zu "Eine Hängematte", "Eine Sonnenbrille", "Ein Eis", oder "ein gemeinsamer Tag am Baggersee" geschlagen. Dann, erst mit solch einem Schenkanlass, kann ich mich über materielle Geschenke wirklich von ganzem Herzen freuen!

Worübe ich mich freue - Klick aufs Bild!