Go shopping - be happy?

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Bild: Barbara Stanik / www.jugendfotos.de, CC-Lizenz(by)

Ihr fühlt euch in riesigen Shoppingmalls alleine und verlassen, Amazon und Ebay können euch mal und samstags in der Fußgängerzone fühlt ihr euch von Schnäppchenjagenden Touris bedroht? Dann habe ich eine gute Nachricht für euch: Ihr seid höchstwahrscheinlich glücklich. Denn wer glücklich ist, kauft nicht ein. So zumindest zitiert das Wirtschaftsmagazin WIWO den Hirnforscher Gerald Hüther. Wie kann das sein?

 

Konsum garantiert schnelle Befriedung

Einkaufen, so Hüther, aktiviert das Belohnungszentrum im Gehirn. Und da uns die Werbung immer weismacht, was uns angeblich noch fehlt, befriedigt das Shoppen des neuesten Dufts oder der schicken Trend-Schuhe tatsächlich kurze Zeit die Bedürfnisse. Aber leider nicht wirklich lange. Der Hirnforscher erklärt das so: "Konsum garantiert eine schnelle Befriedigung. Und die Belohnung ist auch leicht zu bekommen, in unserer Gesellschaft kann man schließlich immer und überall konsumieren." Und: "Shopping kaschiert eigentlich nur, dass unsere wahren Bedürfnisse nicht gestillt sind. Wenn man nicht das bekommt, was man braucht, nimmt man sich eben, was vorhanden ist. Aber glücklicher wird man dadurch nicht."


Ab in die schöne, bunte Warenwelt!

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Bild: Victor Höller / www.jugendfotos.de, CC-Lizenz(by-nc)

Tja, wenn das mit dem glücklich sein so einfach wäre, gell? Es gilt also ersteinmal, die eigenen Bedürfnisse zu kennen. Da träumt man sich lieber eine gigantische Zukunft mit Auswanderungsplänen oder dem Lottogewinn aus, und ist im hier und jetzt vollkommen unglücklich, weil das scheinbare Lebensziel noch so weit weg ist (und wahrscheinlich sowieso nie erreicht wird). Ergo: Ab in die schöne, bunte Warenwelt! Leider für viele Realität. Da macht auch der Begriff "Frustshopping" plötzlich absolut Sinn. Und wenn man ganz gemein ist, unterstellt man der Wirtschaft einfach, dass sie die unglücklichen Menschen gnadenlos ausnutzt...

 

Kann das wirklich sein?

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Bild: Tobias Mittmann / www.jugendfotos.de, CC-Lizenz(by-nc)

Ich zum Beispiel hasse Shopping. So richtig. Dieses Shopping zumindest, bei dem man einfach ziellos durch die Läden tigert, nichts braucht und dann doch irgendwas Unnötiges kauft. Allerdings kann ich es mir beim besten Willen auch nicht vorstellen, dass alle Touris, die jeden Samstag im regelrechten Kaufrausch durch meine Outletcity hetzen, eigentlich unglücklich sind. Das wäre in der Tat ziemlich traurig! Sie tragen ihr Glück in mindestens acht Tüten scharenweise durch die Stadt und sehen dabei ziemlich glücklich aus, geradezu ekstatisch vom Konsumismus. Gut, wie lange der Kaufrausch hält, weiß ich natürlich nicht. Ich weiß eben nur, dass sie es tun, und das es mich nicht glücklich macht. Auch ohne Hirnstudien. Und das ist doch auch schonmal was.