Adieu, Vorsätze!

Gute Vorsätze zum Jahreswechsel - Oft nur eine Totgeburt
Gute Vorsätze zum Jahreswechsel - Oft nur eine Totgeburt

Raketen knallen, schillern in den schönsten Farben und sind in null Komma nichts für immer erloschen. Genauso verhält es sich jahrein, jahraus mit den guten Vorsätzen zu Silvester – zumindest in den allermeisten Fällen.

 

Ein Vorsatz lässt noch keine Kilos purzeln

Seien wir mal ehrlich: Die selbstauferlegten Ziele sind meistens die schwersten. Kein Wunder also, dass man an deren Erfüllung eigentlich nur scheitern kann. Die Klassiker bei den Deutschen sind Vorsätze wie „mit dem Rauchen aufhören“, „Abnehmen“ und „mehr Sport treiben“. Die Klassiker unter den nicht erreichten Vorsätzen der Deutschen sind? Genau: Die Gleichen. Blöd gelaufen könnte man sagen, und dennoch sind diese zum Scheitern verurteilten Vorsätze von Jahresbeginn zu Jahresbeginn wieder ganz weit oben mit dabei. Warum lernt man also nicht dazu und backt lieber kleinere Kuchen wenn es um die Verwirklichung seiner Ziele geht? Und warum setzt man sich überhaupt Ziele?

 

Warum setzt man sich Ziele?

 Check, check, check, check, ...

 

Meine Blogger-Kollegin Emi schreibt auf ihrem Downgrade-Blog einen schönen Artikel, in dem es um genau das geht: Der Definition von unseren Zielen.

„Kommt ein Traum aus dir selbst heraus ohne, dass du dich von außen beeinflussen lässt, führt er immer wieder zu dir selbst zurück. Ist es jedoch ein Traum im Sinne von “man sollte” in seinem Leben ein Haus kaufen, wird er dich von dir weg führen. Der Traum wird zum objektiven Ziel.“ (Emi)

 

Was ist ein Vorsatz für dich?

Es kommt eben ganz darauf an, wie man seine Vorsätze selbst sieht: Als Wunsch? Als Pflicht? Als Motivation? Als ToDo-Listenpunkt? Je nach dem wie man seinen Vorsatz sieht, geht man ihn auch mehr oder weniger motiviert an, da bin ich mir sicher. Ich selbst habe übrigens keinen einzigen Vorsatz für 2015 und liege damit anscheinend mal wieder völlig entgegen des aktuellen Bucketlist-Trends. Gerade zum Jahreswechsel 2014 / 2015 kursierten im Web hunderttausende sogenannte Bucket-Lists, auf denen man seine Lebensziele genau definiert (und das dann auch noch mit der ganzen Welt teilt). Praktisch zum abhaken: Einmal Bunjee jumpen - check. Einmal Brad Pitt treffen - check. Einen Waschbrettbauch antrainieren - check.

 

Glücklich ohne Masterplan

Glücklich ohne Masterplan

Ehrlich gesagt wüsste ich gar nicht, was ich auf so einer Liste stehen haben wollte. Klar habe ich den ein oder anderen Traum, doch unter Druck setzen lasse ich mich davon nicht. Vielmehr freue ich mich jedes Jahr auf die vielen spannenden Dinge, die das neue Jahr so bereit hält und eben (noch) so weit weg sind, dass ich sie nicht auf eine Liste schreiben kann, weil ich gar nicht weiß, dass sie exisitieren (werden) - weil es zufällig eintretende Bauchgefühl-Erscheinungen sind. Genau so kam ich nämlich zu den tollsten Erlebnissen meines Lebens, die teilweise noch bis heute anhalten: Meine ominöse Zusammenkunft mit dem Ringeltier, ein Unfall und der daraus entstandenen Liebe zu einem Auto, eine ethisch verträgliche Ernährungsweise und viele tolle weitere Erlebnisse...

Keins davon war ein absichtlicher Vorsatz, keins war auf eine bestimmte Zeit terminiert und keins musste sterben. Wer trotzdem hartnäckig nach einem Punkt für meine Bucket-List fragt, für den habe ich zwei kurze Wörter, die auch mehr Einstellung sind als ein Lebensziel:

Glücklich sein.