Global Warning - Kyle Mills


Bild: Becker

Isbn Nr.: 978-3453433458
Seiten: 400Seiten
Verlag: Heyne-Verlag

 

Klappentext:


Ein apokalyptisches Szenario: An mehreren wichtigen internationalen Ölförderungsstätten findet sich ein Bakterium, das Rohöl frisst und unbrauchbar macht. Ein Drittel des weltweiten Ölbestandes ist in Gefahr. Mark Beamon, Leiter der Energieabteilung gegen Ökoterrorismus, versucht die Katastrophe aufzuhalten und kommt einem Komplott ungeahnten Ausmaßes auf die Spur. Jemand versucht die gesamten Ölreserven der Menschheit zu vernichten. Ein Massensterben und der Rückfall in die Steinzeit wären die Folgen.

Über den Autor:

Der Amerikaner Kyle Mills wurde 1966 als Sohn eines FBI-Agenten geboren und wuchs unter anderem in Virginia, Washington D.C. und in London auf. Zwar hatte er nach seiner Schulausbildung kurz überlegt in die Fußstapfen seines Vaters zu treten, entschied sich dann aber doch für einen Beruf als Bankangestellter. Bei seinem liebsten Hobby, dem Klettern, lernte er seine spätere Frau kennen, die ihn dazu überredete, seine Phantasie in Büchern festzuhalten. Sein erster Roman "Der Auftrag" erreichte sofort ein großes Interesse, genauso wie seine nachfolgenden Werke. "Global Warning" gehört zu einer Serie, die sich um den eigenwilligen FBI-Agenten Mark Beamonn dreht.

 

Handlung:

Eine bisher unbekannte Bakterienart ist auf den Geschmack gekommen, und zerstört ein Ölfeld nach dem nächsten. Um eine globale Katastrophe zu verhindern, setzt die US-Regierung alles daran, eine Lösung für das Problem zu finden. Der ehemalige FBI-Agent und jetziger Beamte des Heimatschutzministeriums, Mark Beamonn, sucht deswegen den Biologen Erin Neal auf, der sich nach dem Tod seiner Freundin Jenna in ein Einsiedlerleben zurück gezogen hat. Neal gilt als Koryphäe beim Thema Ölbakterien, zeigt zunächst aber wenig Interesse an dem Problem, da er relativ autark lebt und seine einstige Einstellung als Umweltschützer bestätigt sieht. Als er von Beamonn dann nach und nach zu den Ölreserven und den ölfressenden Bakterien geführt wird, wecken zwei Punkte dann doch seine Aufmerksamkeit: Die Genetik der Bakterien kommt ihm sehr bekannt vor, da er sie zumindest auf dem Papier vor vielen Jahren konstruierte, um bei Ölkatastrophen besser reagieren zu können. Wenn diese Bakterien von seinen Plänen stammen, kann das nur bedeuten, dass seine totgeglaubte Freundin Jenna noch lebt – sie war die einzige, die von den Plänen wusste. So ist es dann auch – Jenna taucht lebendig als Mitglied einer kleinen radikalen Umweltgruppe wieder auf, die die Bakterien gezüchtet und in Umlauf gebracht hat. Es beginnt ein Wettlauf gegen die Zeit, denn nach und nach droht das gesamte menschliche Leben in Gefahr – doch so einfach sind die gentechnisch veränderten Ölliebhaber auch für zwei Top-Biologen nicht zu stoppen – vor allem wenn die gesamte Infrastruktur zerbröckelt und die Umweltterroristen sehr viele Schritte voraus sind.

Mein Fazit:

Ich kam eigentlich nur durch Zufall an dieses Buch, da ein Kollege seine ausgelesenen Bücher verteilte. Obwohl ich nur kurz hineinlesen wollte, fesselten mich noch bei der Arbeit bereits die ersten Seiten. Mills hat eine sehr interessante Art, diese riesengroße menschliche Katastrophe zu beschreiben. Nahezu nebenbei wird im Hintergrund des eigentlichen Thrillers beschrieben, was ein rasant schrumpfendes Ölvorkommen für die Welt bedeuten würde: Ein Zusammenbruch der Weltwirtschaft, angefangen bei stundenlangen Anstehen an bewachten Tankstellen, weswegen letztendlich die Autoindustrie zusammenbricht und ein Auto für wenige Dollar zu haben ist, dafür die Preise für Fahrräder und Pferde ins Unermessliche steigen. Auch die Ernährung wird komplett auf den Kopf gestellt – Je nach Ort geht Hummer zu Spottpreisen über die Ladentheke, während Fleisch in allen Variationen ohne Kraftstoff, mit dem die Futterplantagen beackert werden, die Tiere zum Schlachter gefahren werden und letztendlich das Fleisch mittels Kühlaggregaten in die Geschäfte kommt, gar nicht erst produziert werden kann. Plötzlich wird alles in die Beschaffung von regenerativen Energien gesetzt, beziehungsweise auch in noch umweltschädlichere, wie dem Ölsand. Amüsiert hat mich auch das Vorgehen der USA – Kyle Mills konnte einige kleine Seitenhiebe seitens der amerikanischen Terrorismuspolitik einfach nicht lassen.

Zudem werden zwischen den Zeilen Themen wie gentechnische Veränderungen, Globalisierungsprobleme, ethischer und moralischer Umweltschutz und vieles mehr angesprochen. Die Story an sich gleicht jedoch einer üblichen Lovestory, abgesehen von Erin Neal und dem Bösewicht Michael Teague mit relativ schwachen Charaktern. Besonders überraschte mich, dass es zu Mark Beamonn eine eigene Buchreihe gibt, zu der „Global Warning“ ebenfalls gehört – ich hatte den gelangweilten FBI-Agenten eher als Randrolle aufgefasst.

Trotzdem: 4/5 Sterne meinerseits für dieses hoffentlich in weiter Ferne liegende Umweltszenario!