Fünf von Ursula Poznanski

 Fünf - Ursula Poznanski

 

Titel: Fünf

Autorin: Ursula Poznanski

Seiten: 384 Seiten

Verlag: Wunderlich Verlag

 

Klappentext:

Eine Frau liegt tot auf einer Kuhweide. Ermordet. Auf ihren Fußsohlen: eintätowierte Koordinaten. An der bezeichneten Stelle wartet ein grausiger Fund: eine Hand, in Plastikfolie eingeschweißt, und ein Rätsel, dessen Lösung zu einer Box mit einem weiteren abgetrennten Körperteil führt. In einer besonders perfiden Form des Geocachings, der modernen Schnitzeljagd per GPS, jagt ein Mörder das Salzburger Ermittlerduo Beatrice Kaspary und Florin Wenninger von einem Leichenteil zum nächsten. Jeder Zeuge, den sie vernehmen, wird kurz darauf getötet, und die Morde geschehen immer schneller. Den Ermittlern läuft die Zeit davon, sie ahnen, dass erst die letzte Station ihrer Rätselreise das entscheidende Puzzleteil zutage fördern wird ...

Die Autorin:

Ursula Poznanski, geboren in Wien, studierte sich einmal quer durch das Angebot der dortigen
Universität, bevor sie sich als Medizinjournalistin dem Ernst des Lebens stellte. Während einer Schwangerschaftspause suchte sie eine Herausforderung außerhalb des Wickeltisches und nahm an einem Drehbuchwettbewerb teil. Ihr Beitrag zählte zwar nicht zu den Favoriten, Poznanski entdeckte dadurch aber ihre Liebe zum Roman und widmete sich nach dem Erfolg ihres ersten Jugendbuchs "Erebos", das in mehr als 23 Sprachen übersetzt und 2011 von der Jugendjury mit dem Deutschen Jugendliteraturpreis ausgezeichnet wurde, den Sprung ins hauptberufliche Autorenleben.

 

Fazit:

Ich bin leidenschaftliche Geocacherin. Umso mehr begeistert war ich von der Idee eines Geocaching-Krimis, in dem der Mörder Leichenteile in Caches versteckt und so mit der Polizei "spielt". Vor allem die Kapitelnummerierungen in Form von Koordinaten waren ganz nach meinem Geschmack. Von der ersten Seite an wird der Leser mitgenommen in die wundervolle Welt des Geocachens - allerdings auf ziemlich brutale Art. Dem ersten Opfer wurden - bevor es von einem Felsen hinabgestoßen wurde, scheinbar wirre Zahlenkombinationen auf die Fußsohlen tätowiert, welches die Ermittler Beatrice Kaspary und Florin Wenninger mit Hilfe eines jüngeren Kollegen als Koordinaten identitifizieren. Es beginnt ein ganz besonderer Multicache - der von Stage zu Stage immer grausigere Leichenteile und Hinweise zu scheinbar völlig unbeteiligten Personen bergen, welche kurz nach der Vernehmung selbst ermordert werden. Bis zum Schluss jedoch tappen die Kommissare im Dunkeln, dann hat Kommissarin Kaspary dank ihrer Intuition den entscheidenden Hinweis richtig gedeutet, begibt sich damit aber in die gefährliche Falle des Owners...

Was mich bei dem spannenden Roman etwas störte, waren die ständigen und teils schwer übertirebenen Privatleben der Ermittler. Besonders die alleinerziehende Kaspary hatte für meinen Geschmack etwas zu viele Privat-Dramen am laufen, seien es die Stalkereien ihres Exmannes, der mit Schulproblemen geplagte Sohn oder der Chef, der es besonders auf sie abgesehen hatte. Warum müssen Krimi-Komissare immer von solchen ablenkenden Problemen behaftet sein? In Fünf war dies wirklich zu viel des Guten, auch wenn es später sehr gut ins Gesamtkonzept eingefügt hat. Ansonsten sind die Charaktere des Thrillers sehr gut und einfühlsam beschrieben. Gegen Mitte des Buches fürchtete ich noch, dass das Buchende eine Entteuschung werden würde - aber weit gefehlt! Das Gesamtkonzept des Thrillers ist meines Erachtens wirklich herausragend und das Ende barg eine Überraschung, mit der ich niemals gerechnet hatte.

 

4 von 5 Sternen von meiner Seite für diesen superspannenden Geocache-Thriller, der auch für Nicht-Cacher gut verständlich ist und ein wirklich sensationelles Gesamtkonzept aufweist. Einen Stern musste ich allerdings abziehen, weil mich die vielen privaten Gefühlsduseleien teilweise wirklich ärgerten.