Sommerpause 2014 - 5 Gründe, warum das Architexturbüro in Sommerpause musste

Auch ein Blog braucht mal eine Sommerpause.
5 Gründe, warum das Architexturbüro in Sommerpause musste.

Zugegeben: Diesen Sommer als Sommer zu bezeichnen, ist nicht wirklich fair. Trotzdem habe ich auf dieser Seite schon seit Juni nichts mehr von mir hören lassen, und das ganze als "Sommerpause" deklariert. Nur eine billige Ausrede für unausgesprochene Schreibfaulheit? Nun ja, nicht ganz.

5 Gründe, warum eine Pause her musste

Mir war einfach aus den verschiedensten Gründen in den letzten Monaten nicht nach Schreiben zumute - warum, möchte ich euch, wenn auch etwas verspätet, nicht vorenthalten.

 

1. Weil dieses Jahr bisher sehr turbulent war

Viel mehr Zeit für Freunde und Familie - 2014 bot sensationelle Anlässe!
Viel mehr Zeit für Freunde und Familie - 2014 bot bisher sensationelle Anlässe!

2014 kam und hatte einige - iwo, zig - achwas: hunderte! mehr oder weniger große, aber allesamt sehr turbulente Überraschungen parat. Egal ob privat oder beruflich. Das reicht von mehreren  großen, feierlichen Familienfesten, Beförderungen, sehr vielen Ereignissen im Freundeskreis und so weiter.

Dann noch gönnte ich mir diverse Treffen, Reisen und Kurzausflüge, welche mich zwar mit tausenden Ideen fütterten, die ich dann aber zeitlich nicht umsetzen kann, weil schon das nächste Großereignis vor der Tür steht. Tendenz: deutlich steigend!

 

2. Weil noch so viele Texte in der Pipeline sind

Eigentlich genug Inhalt da - fehlt nur der letzte Schliff.
Eigentlich genug Inhalt da - fehlt nur der letzte Schliff.

Okay: Schaue ich ins Seiten-Backend hinein, finde ich ohne Probleme mindestens vier angefangene Artikel, die eigentlich nur noch auf den letzten Schliff warten - teilweise schon seit über einem Jahr. Bevor ich neue Texte schreibe, so war der Plan, sollen erstmal die alten fertig werden. Doch ich kenne mich: Sollte ich jemals damit fertig werden, würde ich sie warscheinlich nicht veröffentlichen - auch wenn es zeitlose Themen sind: Ich setze euch doch keinen Monate alten Text vor!

 

3. Weil der Job gerade so Spaß macht

Kamera: Läuft. Und auch sonst läuft alles bestens.
Kamera: Läuft. Und auch sonst läuft alles bestens.

Eigentlich hatte ich immer vollen Elan bei der Arbeit mit meinem Architexturbüro, weil ich mich im Job nicht wirklich austoben konnte. Das hat sich nun wegen bereits genannter Gründe geändert. Mein Job ist einfach gerade sensationell großartig, macht riesig Spaß und ich lerne täglich tolle neue Sachen dazu. Mittlerweile schreibe ich nicht nur sehr viel mehr, sondern kann auch richtig gut Videos drehen und schneiden, Fotos machen und bearbeiten und mich auf eine Weise verwirklichen, von der ich gar nicht wusste, dass ich so gut darin bin... (ein klitzekleines bisschen darf man da ja wohl Stolz drauf sein...). Das alles führte dazu, dass mein PC zu Hause oft tagelang gar nicht beachtet wurde - und ich ihn sogar erstmal suchen musste, wenn ich ihn doch mal benutzen wollte...

 

4. Weil plötzlich (noch) mehr virtuelles Leben im realem Leben ist

Der größte Luxus. Stimmt.
Der größte Luxus. Stimmt.

Machen wir uns nichts vor: Das "echte" Leben, wäre ohne Internet stinkelangweilig. In dieser virtuellen Welt tummeln sich jedoch so viele spannende Themen und Menschen, die es sich einfach lohnt, in der realen Welt zu treffen. Und auch das habe ich dieses Jahr sehr ausgiebig getan. Stichwort: connecten. Dazu gehören gemeinsame Ausflüge mit meinen supertoll-genialen #tVitteinander-Twitter-Freunden, Besuche von kulturellen Dingen wie Poetry-Slams, Stadtfeste und Co., alten Motorradfreunden inklusive Touren und so weiter. Außerdem bin ich total happy, dass ich von der GLS Bank zur Blog-Kooperative ausgewählt wurde und bin zudem noch dem "Arbeitskreis Asyl" in meiner Stadt beigetreten.

Nicht zuletzt gönne ich mir irgendwie sehr viel mehr als früher Zeit für mich ganz alleine: Beim Spazierengehen mit dem Pony, beim Schreiben von Mails und Briefen sowie zum Lesen von anderen Blogs und Büchern (habe jetzt schon mehr Bücher gelesen, als im ganzen Jahr davor).

 

5. Weil das derzeitige Weltgeschehen keine belanglosen Gutelaune-Themen verdient hat

Zu unguter Letzt noch der Grund, der mich am meisten beschäftigt: Die Welt steht derzeit vor so vielen Schreckensmeldungen und Baustellen, da kann ich einfach kein "Lalelu" schreiben.

Bild: Krista Elena / www.jugendfotos.de, CC-Lizenz(by-nc)
Bild: Krista Elena / www.jugendfotos.de, CC-Lizenz(by-nc)

Gut, ich schreibe selten lalelu, ihr wisst was ich meine. Ich erzähle gerne von meiner Rucksacktour durch die Wutachschlucht, aber nicht, wenn zeitgleich hunderte Menschen im Irak auf der Flucht vor völliger Vernichtung versuchen, mit Sack und Pack über die Berge zu flüchten. Ich würde euch sehr gerne von meinen Erfahrungen mit meinem Fairphone berichten, aber nicht, wenn zeitgleich ähnliche Technik präzise wie nie eine Bombe auf einem Stecknadelkopf landen lassen könnte und dabei hunderte Menschen umbringt. Ich mache gerne wieder und wieder auf meine Reise nach Syrien aufmerksam - bezweifle aber, dass das diese abgestumpfte Welt überhaupt noch interessiert.

Ich erweitere meinen Erfahrungsschatz dank richtig guter Journalisten in der Ukraine und ärgere mich zeitgleich darüber, dass die Weltpolitik noch immer die gleichen, schwülstigen und euphemistischen Kriegsvokabeln benutzt wie im 2. Weltkrieg. Und eigentlich würde ich euch gerne mein neues veganes Lieblingsrezept vorstellen, aber nicht, wenn zeitgleich tausende Menschen an einem Ebola-Virus sterben, weil es keine Medikamente gibt.

Über vieles davon habe ich schon geschrieben. Weil ich aufrütteln wollte. Weil es mich beschäftigt. Weil ich es einfach unfassbar finde, dass so viele furchtbaren Dinge in den Medien breitgetreten werden, es sich aber doch nichts tut (von den ganzen Gräueltaten fernab der Medienpräsenz mal ganz zu schweigen).

Und weil sich die Welt dann eben doch weiter dreht, egal was man tut oder nicht - gönnte ich mir eben mal letzteres. Eben nichts tun. Und fernab des Schreibens aktiv werden.