Basis Rhetorik


Bild: Lotushead / sxc.hu

Rhetorische Textproduktion ähnelt der Arbeit eines Architekten. Zunächst konstruiere ich einen Bauplan und überlege, wie das Objekt aussehen soll. Anschließend skizziere ich ein Grundgerüst und sammele Baumaterialien. Ist der Rohbau fertig, kommt die Innenausstattung. Im Feinschliff wird bis zum kleinsten Wort geprüft, ob die erwünschte Wirkung des Textes erzielt wurde. Erst dann kommt die Endabnahme durch den Kunden.

Keine Frage, wie das Architexturbüro zu seinem Namen kam, oder?

Mit dem Studium der Allgemeinen Rhetorik in Tübingen erfüllte sich ein kommunikativer Traum: die Rhetorik erlaubt es, nahezu ohne Einschränkungen Wörter aneinander zu reihen, ohne auf feste Regeln (wie beispielsweise der Grammatik in der Germanistik) angewiesen zu sein. Neben Gestik, Mimik und Stimme ist der Text das Herzstück eines rhetorischen Produktes. Ich habe mich durch viele Seminare auf die Schriftrhetorik spezialisiert, da diese vom Anspruch betrachtet ganz anders ist: Das geschriebene Wort hat viel mehr Facetten als ein Gesprochenes. Da der Rezipient keine Anhaltspunkte wie Stimmlage oder Lautstärke hören kann, liegt es an der Kreativität des Autors, durch verschiedene Lesarten Emotionen zu erzeugen und ein Bild zu schaffen, den Leser zu fesseln und zu begeistern.

Trotz aller Ausschmückung und grammatischer Anarchie darf die Verständlichkeit niemals in den Hintergrund treten, weshalb ich mich auch gerne mit komplizierten wissenschaftlichen Texten beschäftige.